Reinhard Bauer sieht unsere heutige Zeit als Übergangssituation. Während die junge Generation bereits sehr sensibel für Nachhaltigkeitsthemen ist (Fridays for Future), muss der überwiegende Teil der Erwachsenen diese Sichtweise erst verinnerlichen.<BR /><BR />Deshalb brauche es Sensibilisierungskampagnen und Informationsvermittlung, vor allem im Bereich Konsumverhalten, ist sich der neue Burggräfler Nachhaltigkeitsbeauftragte sicher. Die Produktionswirtschaft samt ihrer starken Lobby werde ihre Haltung zum Thema Nachhaltigkeit nur auf Druck der Kunden verändern. Und der größte Feind der Nachhaltigkeit sei der Konsumrausch, der sich oftmals auf billig produzierte Ware konzentriere.<BR /><BR /><embed id="dtext86-53762316_quote" /><BR /><BR />Heuer im Januar schuf das Land die Funktion des Nachhaltigkeitsbeauftragten. Gemeinden und Bezirksgemeinschaften mussten bis Ende März diese Funktion besetzen. Die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt hat sich für Reinhard Bauer entschieden, der bereits als Referent im Bezirksausschuss sitzt. Er kritisiert: „Obwohl es die Figur des Nachhaltigkeitsbeauftragten gibt, herrscht noch Unklarheit bei den Kompetenzen und den zur Verfügung stehenden Mitteln und Ressourcen.“<BR /><BR />Reinhard Bauer will sich in seiner Arbeit als Nachhaltigkeitsbeauftragter auf die schon 2015 von den Vereinten Nationen formulierten Nachhaltigkeitsziele (SDG – Sustainable Development Goals) stützen und daraus spezifische Ziele für das Burggrafenamt ableiten. Die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt nehme in Südtirol eine Vorreiterrolle ein, ist Bauer stolz. Es würden beispielsweise bereits Klimapläne ausgearbeitet, es gebe „Klimagemeinden light“ und vor vielen Jahren sei das Projekt NaMoBu (Nachhaltige Mobilität Burggrafenamt) begonnen worden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-53762317_quote" /><BR /><BR />Der Burggräfler Nachhaltigkeitsbeauftragte sieht für das Burggrafenamt eine Reihe von Handlungsfeldern. Diese reichen von der Abfallwirtschaft (Ressourcenschonung) über die Ernährung (Billigwaren, Lebensmittelverschwendung), Klimakrise und Elektrosmog (Strahlenlast) bis hin zu umweltfreundlicher Mobilität, leistbaren Wohnkonzepten, nachhaltigem Bauen und Maßnahmen gegen die Wohnungslosigkeit sowie Reintegrationsbemühungen für Menschen, die aus dem gesellschaftlichen Raster gefallen sind. <BR /><BR />Mit den Nachhaltigkeitsbeauftragten der Burggräfler Gemeinden sollen Schwerpunkte definiert werden, an denen gearbeitet wird. Das erste Treffen wird voraussichtlich am 12. April stattfinden. „Wir müssen Nachhaltigkeit in jede politische Entscheidung einbeziehen – und das sofort“, fordert Reinhard Bauer, der sich mit seiner neuen Funktion „sehr gut identifizieren“ kann.