Freitag, 25. September 2020

So will Südtirol sicher durch die Wintersaison

Après Ski, volle Aufstiegsanlagen, Pisten und Skihütten – all das wird es im anstehenden Corona-Winter sicher nicht geben. Auch in Südtirol nicht. Eine definitive Entscheidung darüber, wie die Touristiker in der anstehenden Saison mit dem Virus umgehen wollen, soll bereits kommende Woche fallen.

Sicher durch die Wintersaison lautet das Motto.
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Sicher durch die Wintersaison lautet das Motto. - Foto: © ct
Nein, noch könne er dazu im Detail nichts sagen, sagt Tourismuslandesrat Arnold Schuler auf Nachfrage. „Derzeit arbeiten die einzelnen Sektoren – sprich Skilehrer, Betreiber der Aufstiegsanlagen, Hotellerie und Gastwirte – entsprechende Regeln aus“, so Schuler.

Sobald diese feststünden, werden diese der Expertenkommission vorgelegt, die dann darüber befinden muss. Passieren sollte das schon im Laufe der kommenden Woche. „Denn all zu lange haben wir nicht mehr Zeit – schließlich ist es bis zur Wintersaison nicht mehr lang hin“, sagt der Landesrat. Und bis dahin müsse dann alles passen.



Andernorts ist man einen Schritt weiter. So hat Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstlinger gestern die Regeln für die anstehende Wintersaison präsentiert (siehe Seite 3). Mit der Ministerin hätte es heute auch eine Videokonferenz geben sollen. „Schließlich wollen wir uns mit den umliegenden Tourismusgebieten absprechen“, so Schuler. Die Konferenz wurde auf Anfang kommender Woche verschoben.

Eines steht jedenfalls auch für Südtirol jetzt schon fest: Après Ski in der bisher bekannten Form wird es in diesem Winter nicht geben. „Aber man wird sicher eine Form finden, in der trotz Corona Getränke und Speisen verabreicht werden können“, so Schuler.

Weit mehr Kopfzerbrechen bereiten ihm die Sicherheitsmaßnahmen auf den Skihütten. „Dort hatten wir in Vergangenheit teilweise schon lange Schlangen“ sagt er. Hier werden wohl dieselben Corona-Regelen eingeführt, wie sie im Gastgewerbe bereits gelten – sprich Personal mit Mund-Nasen-Schutz, Gäste mit Maske auf dem Weg zum Sitzplatz sowie Abstand zwischen Tischen und beim Selfservice.

Eine Lösung wird auch für die Aufstiegsanlagen gesucht. Dass dort alle Plätze genutzt werden können, bezweifelt Schuler. Wie bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, in denen in Südtirol im Unterschied zum restlichen Staatsgebiet alle Sitzplätze genutzt werden dürfen, hängt aber auch das von den Infektionszahlen im Land ab.

Zwar noch nicht fix, aber so gut wie ist, dass es vor Start der Wintersaison bei Mitarbeitern im Gastgewerbe eine 3. Reihe an Coronatests geben wird. Bekanntlich läuft derzeit die 2. Testreihe. „Aber man muss bedenken, dass für die Wintersaison wieder neues Personal ins Land kommt,, und die Saison lang ist“ sagt Schuler. Ob auch alle Skilehrer getestet werden, steht noch nicht fest.

„Wir müssen alles dafür tun, die Betriebe risikofrei, generell die Infektionszahlen und somit den Druck auf das Gesundheitssystem so gering als möglich zu halten“, so Schuler und teilt gleichzeitig einen Rüffel an Kanzler Sebastian Kurz aus. Der hat gestern Reisewarnungen für Risikogebiete kritisiert. „Vor ein paar Wochen hat das noch ganz anders geklungen, als er Italien und damit auch Südtirol zum Risikogebiet erklärt hatte“, ärgert sich Schuler. „Das vergessen wir nicht so schnell.“

em

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