Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Denn eines gilt als sicher: Mit Beginn der Saison kehren sie zurück – die Fototouristen aus aller Welt, die sich am Talschluss oberhalb von St. Magdalena auf die Suche nach dem perfekten Bild der Geislerkulisse machen.<h3>Einheimische: Situation ist untragbar geworden</h3>Wie berichtet, hat das Phänomen nach der Pandemie rasant zugenommen. Mit dem Ansturm wächst auch der Unmut der Einheimischen. Die mit Leihautos oder Reisebussen anreisenden Besucher parken häufig wild, versperren Zufahrten und stellen mitunter eine Gefahr für die Verkehrssicherheit dar. Nicht selten hinterlassen sie innerhalb kurzer Zeit Müll oder betreten ohne Skrupel Privatgrund.<BR /><BR />Hört man sich bei den Einheimischen um, wird schnell klar: Seit vergangenem Herbst ist die Situation vielerorts untragbar geworden, die bislang gesetzten Maßnahmen reichen nicht aus. Im Herbst schlossen sich daher Einwohner von St. Magdalena zu einer politisch unabhängigen Bürgerinitiative zusammen. Rund 50 Bürger kamen an einem Abend zusammen, an dem darüber diskutiert wurde, wie die aus den Fugen geratene Situation geregelt werden kann.<BR /><BR />Der Maßnahmenplan wurde den Gemeinderäten von St. Magdalena übergeben, erklärt Gemeindereferentin Roswitha Moret Niederwolfsgruber. Zudem starteten Bürger eine Unterschriftenaktion: Rund 180 Personen unterzeichneten den Maßnahmenkatalog. Die Forderungen fanden nun im Gemeinderat in Form eines Beschlussantrags ihren Niederschlag.<h3> Maßnahmen zur Besucherlenkung</h3> In der jüngsten Gemeinderatssitzung Ende Dezember brachten die Gemeinderäte Konrad Kofler, Roswitha Moret Niederwolfsgruber, Richard Obexer und Philipp Leitner einen entsprechenden Antrag ein. Darin fordern sie zeitnahe Maßnahmen zur Besucherlenkung sowie zur Entschärfung der Parkplatzsituation in St. Magdalena. Die Maßnahmen sollen bis Ende Mai seitens der Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Tourismusgenossenschaft umgesetzt werden.<BR /><BR /> Zur Erinnerung: Gemeinde und Touristiker versuchen bereits seit Längerem, die Fototouristen gezielt zu lenken. So wurden unter anderem Fotopoints mit eingezäunten Fußwegen eingerichtet. In der Schmiedmüller-Gasse wurde eine Schranke installiert, die ausschließlich Anrainern mittels Code die Durchfahrt ermöglicht. Langfristig arbeitet die Gemeinde an einem umfassenden Besucherlenkungssystem. Dieses sieht unter anderem eine Begrenzung der täglichen Besucherzahlen für das Tal sowie den Bau eines Mobility-Hubs vor. <h3> Die wichtigsten Forderungen im Antrag </h3>Bereits im Herbst stellte Bürgermeister Peter Pernthaler dem Landeshauptmann das Konzept für ein Informations- und Mobilitätszentrum vor, das den Verkehr künftig abfangen soll. „Wir werden nun einen Businessplan ausarbeiten und diesen erneut dem Land vorlegen. Weitere Treffen mit der Besucherlenkungsgruppe sind bereits geplant“, so Pernthaler. „Wir nehmen die Anliegen der Bürger ernst und kennen die Probleme“, sagt Bürgermeister Peter Pernthaler. <BR /><BR />Der eingebrachte Beschlussantrag sieht eine Reihe von Maßnahmen vor: Dazu gehört eine digitale Anzeigetafel am Taleingang, die über die aktuelle Parkplatzsituation informiert. „So sehen Autofahrer bereits vor der Einfahrt ins Tal, wo Parkplätze verfügbar sind und wo nicht – und können gegebenenfalls auf den Linienbus umsteigen.“ <BR /><BR />Tatsächlich hat die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zuletzt deutlich zugenommen: Im Jahr 2025 verzeichneten die drei öffentlichen Linien rund 350.000 Entwertungen, 2015 waren es noch 234.000. In Abstimmung mit der Tourismusgenossenschaft sollen in St. Magdalena künftig zwei Parkwächter eingesetzt werden. Wildes Parken soll damit der Vergangenheit angehören. <BR /><BR />Zudem ist dort eine Erhöhung der Parkplatzgebühren vorgesehen. Geplant ist ein einheitlicher Tagestarif für St. Magdalena, stundenweises Parken soll künftig nicht mehr möglich sein. Eine weitere Forderung betrifft den Dorfkern von St. Magdalena: Die Alte Berger Straße soll autofrei werden. Nach den Parkplätzen am Naturparkhaus sowie am Berger Platz sollen Schranken installiert werden. Zufahrt würden damit künftig nur noch Anrainer und Berechtigte erhalten.<BR /><BR />Klar scheint: Zusätzliche Maßnahmen gelten als notwendig, um der Lage Herr zu werden. Einigkeit herrscht dabei nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch im Gemeinderat: Der Beschlussantrag wurde einstimmig angenommen.