Montag, 15. Juni 2015

So wird der Sommer

Noch haben wir vom Sommer ja nicht allzu viel gespürt. Da ist die Frage natürlich gerechtfertigt: Wie wird der bevorstehende Sommer? Können wir uns auf einen warmen und schönen Sommer freuen oder müssen wir uns wieder auf einen recht wetterlabilen Sommer vorbereiten? STOL hat sich kurz vor dem offiziellen Sommerbeginn am Sonntag, 21. Juni, umgehört.

Möglicherweise steht uns ein heißer Sommer bevor.
Badge Local
Möglicherweise steht uns ein heißer Sommer bevor. - Foto: © shutterstock

Es gibt zwar etliche mathematische Modelle, die laut Experten auch über mehrere Monate hinaus einen Einblick in langfristige Wettertendenzen geben können, aber insbesondere der vergangene Sommer hat gezeigt, dass auch sehr kurzfristige Wettervorhersagen mehrmals falsch waren.

Allgemein kann aber behauptet werden, dass in der heutigen Zeit für die nächsten fünf Tage eine recht zuverlässige Wettervorhersage gemacht werden kann. Alles, was darüber hinaus geht, kann sich oft als Spekulation erweisen. Im Internet findet man aber jetzt schon mehrere langfristige Vorhersagen und Meinungen über das Wetter im beginnenden Sommer.

Laut Ilmeteo.it sehr heißer Sommer

Laut dem bekannten italienischen Meteo-Portal ilmeteo.it wird es der zweitwärmste Sommer der letzten 30 Jahre sein. „Laut internationalen Meteomodellen sollte das afrikanische Hochdruckgebiet maßgeblich das Wetter Italiens heuer bestimmen. Dies sollte bis September und gar Oktober andauern“ so der Direktor von il Meteo.it, Antonio Sanò.

Teilweise sollten in Italien mehrfach die 40 Grad erreicht werden. Schon im Juni und Juli sollte die Temperatur um ein Grad, im August sogar um zwei Grad über den Durchschnittswerten liegen.

Peterlin: Langfristige Prognosen mit Vorsicht genießen

Langfristige Prognosen sollte man laut Dieter Peterlin vom Südtiroler Landeswetterdienst immer mit Vorsicht genießen.

„Sicher kann noch keiner, sagen wie der Sommer wird. Es gibt keinen eindeutigen Hinweis dafür, weder durch Beobachtungen in der Natur noch durch computergestützte Berechnungen. Letztere bieten nur eine Wahrscheinlichkeit, welche aber beispielsweise im letzten Sommer in die Hose ging“ erklärte Peterlin.

„Auch da wurde mit größter Wahrscheinlichkeit vorausgesagt, dass es ein zu warmer Sommer wird, aber genau das Gegenteil ist eingetreten“ so der Landesmeteorologe.

Automatisierte Vorhersagen wie die Online-Wetterdienste übernehmen diese computergestützten Wettermodelle fast 1:1. „Im Unterschied dazu gibt es Meteorologen wie jene des Landeswetterdienstes Südtirol, die zwar auch die Wettermodelle anschauen, aber dann noch die eigene und vor allem lokale Erfahrung einfließen lassen. Regionale Unterschiede - z.B. bei einer Nordströmung regnet es im Ahrntal mehr als in Gröden - gehen aus diesen automatisierten Prognosen kaum hervor“, erklärt Peterlin.

Meteorologen können laut Peterlin besser abschätzen, wie sicher die Prognosen der nächsten Tage sind und die Zuverlässigkeit in Prozent angeben. Automatisierte Vorhersagen geben einem hingegen oft das Gefühl, dass eine Vorhersage für morgen gleich zuverlässig ist wie eine Vorhersage für den 14. Tag.

Wärmerer Sommer als vergangenes Jahr

Peterlin wagt aber dennoch eine langfristige Prognose. „Laut der Vorhersage des Europäischen Vorhersagemodells ECMWF soll der heurige Sommer wärmer werden als im langjährigen Durchschnitt." Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % werde der Sommer bei uns „zu warm“, zu 30 % „normal“, und für einen „zu kühlen“ Sommer stünden die Chancen nur bei 20 %, erklärt Peterlin.

 

Das Europäische Vorhersagemodell ECMWF

„Was ich mich getrauen würde zu sagen, ist demnach, dass wir heuer nicht noch einmal einen so kühlen und trüben Sommer bekommen wie im letzten Jahr. Denn der Sommer 2014 war ein ungewöhnliches Ereignis. Aufgrund der Klimaerwärmung stehen die Chancen für einen zu warmen Sommer generell besser als für einen zu kühlen, schlussendlich kann man das tatsächliche Wetter aber immer nur kurzfristig vorhersagen“, wiederholt Peterlin abschließend.

pas

stol