Nach ihrer Meldung des Vorfalls bei den Carabinieri Brixen will Greti Seebacher auch die Öffentlichkeit informieren. „Mir ist wichtig, dass die Leute über solche Betrugsmaschen Bescheid wissen. Weil im ersten Schock reagiert man oft falsch“, betont Seebacher.<BR /><BR />Sie wurde am Festnetz von einem Mann angerufen, der sich als Carabiniere ausgab. Er erklärte der Frau, dass ihr Sohn jemanden überfahren hätte und diese Person in Lebensgefahr sei. Und dass er ihre Handynummer bräuchte, damit sie der Rechtsanwalt des Sohnes anrufen könne. „Im ersten Moment war ich unter Schock und habe meine Handynummer weitergegeben“, erzählt die Frau.<BR /><BR />Im Folgegespräch sei ihr dann mitgeteilt worden, dass die Versicherung nur zu 80 Prozent für den Unfall hafte. Der Rest müsste so bezahlt werden, damit der Fall nicht vor Gericht bzw. ihr Sohn nicht im Gefängnis lande. Die geforderten Geldsummen fingen bei 80.000 Euro an und wurden – je nach beschriebenen Szenarien – nach unten korrigiert.<BR /><BR />Skeptisch wurde Seebacher, weil sie als einzige Person bezeichnet wurde, die ihr Sohn kontaktieren konnte, obwohl er eine Partnerin hat. Und weil behauptet wurde, dass er am Steuer telefoniert hätte. „Er nutzt im Auto immer die Freisprechanlage“, weiß Seebacher. Sie verlangte nach ihrem Sohn, der ihr unter der Bedingung, dass sie italienisch rede, auch gereicht wurde. Allerdings erkannte sie die weinerliche Stimme am anderen Ende des Telefons nicht. Als sie erwiderte, dass sie zuerst bei den Carabinieri in Brixen nachfragen wolle, wurde aufgelegt.<BR /><BR />Der Kommandant der Carabinieri-Kompanie Brixen, Hauptmann Ottavio Tosoni, erklärte auf Anfrage, dass die Seniorin richtig und gut reagiert habe. Die Carabinieri würden nie, auch nicht mit einem Rechtsanwalt, am Telefon Geld einfordern. Solche Fälle sollten immer über die Notrufnummer 112 gemeldet werden.<BR /><BR />„In Brixen gibt es zum Glück keinen Fall, in denen Senioren effektiv gezahlt haben und so zum Opfer wurden“, sagte Tosoni. Er ergänzt, dass Infoveranstaltungen mit den Seniorenklubs geplant seien, bei denen Carabinieri-Beamte über solche Betrugsmaschen aufklären. Fixiert ist bereits der Termin mit dem Seniorenklub Milland am 9. November. Jener in Brixen-Stadt dürfte Anfang 2025 folgen.