Samstag, 13. Mai 2017

Solidarität, Sport und Arbeit gehen Hand in Hand

„Südtirol hilft“ und SportNews.bz veranstalten im Juni den 1. Südtiroler Firmencup, ein Fußballturnier unter dem Motto „mitmachen und Gutes tun“.

Beim 1. Südtiroler Firmencup am 10. Juni soll dank Fußball eine stattliche Spendensumme für "Südtirol hilft" zusammenkommen.
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Beim 1. Südtiroler Firmencup am 10. Juni soll dank Fußball eine stattliche Spendensumme für "Südtirol hilft" zusammenkommen.

Am Samstag, 10. Juni, findet auf der Kunstrasenanlage in St. Michael/Eppan der 1. Südtiroler Firmencup statt. Das Motto der Veranstaltung von SportNews.bz lautet „mitmachen und Gutes tun“. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Unternehmen Brennercom. Für das leibliche Wohl sorgt der Freizeitverein „die Xund'n“. Die Teilnahmegebühren der Betriebe gehen zur Gänze an „Südtirol hilft“.

STOL sprach mit Martin Pfeifhofer, Vorstandsmitglied von „Südtirol hilft“, über die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen.

Südtirol Online: Herr Pfeifhofer, wie wichtig ist es für „Südtirol hilft“, beim 1. Südtiroler Firmencup mit dabei zu sein?

Martin Pfeifhofer: Solche Veranstaltungen sind für „Südtirol hilft“ enorm wichtig. Es ist nicht nur der finanzielle Aspekt wichtig und der zählt, sondern auch die Sichtbarkeit, die uns solche Veranstaltungen bieten. Der Bekanntheitsgrad steigt, und die Information, dass es im Notfall Organisationen gibt, die Hilfe in schwierigen Lebenssituationen anbieten können.

Martin Pfeifhofer, Vorstandsmitglied von „Südtirol hilft“ 

STOL: Welche Rolle kann da der Sport spielen?

Pfeifhofer: Bei dieser Sportveranstaltung ist das Schöne, dass auch die Solidarität dabei ist. Der Firmencup spiegelt einige Bereiche des täglichen Lebens wider, wie die Arbeit oder den Sport. Deshalb ist es umso erfreulicher, wenn auch die Hilfe am Nächsten dabei ist, denn auch diese sollte zum täglichen Leben gehören.

STOL: Der 1. Südtiroler Firmencup bringt „Südtirol hilft“ an die 10.000 Euro an Spendengeldern. Hat Ihre Organisation öfters die Möglichkeit, so viel an finanziellen Mitteln bei einer Aktion zu erhalten?

Pfeifhofer: Aktionen in dieser Größenordnung haben wir wenige. Im Schnitt 4 bis 5 pro Jahr.

STOL: In welchen Lebenssituationen kann „Südtirol hilft“ helfend unter die Arme greifen?

Pfeifhofer: Prinzipiell in jeder schwierigen Lebenssituation. Das kann eine Krankheit sein, ein Unfall oder auch ein materieller Verlust wie ein Stadelbrand eines Bauern. Am Beispiel einer Krankheit kann man sehr gut erklären, wie wichtig es ist, dass es Institutionen gibt, die schnell und relativ unbürokratisch Hilfe anbieten können, wenn diese gebraucht wird. Oft ist es so, dass durch die Krankheit eines Elternteils nicht nur diese Person von dieser Krankheit betroffen ist, sondern auch der Rest der Familie. Der Ehepartner wird plötzlich zum Krankenpfleger, muss die Kinder aber noch versorgen und kann nicht mehr einer geregelten Arbeit nachgehen. Wenn noch dazu kommt, dass die Erkrankung des anderen Lebenspartners so langwierig ist, dass auch von dort früher oder später kein Einkommen mehr zu erwarten ist, dann wird die finanzielle Situation dieser Familie sehr schwierig.

STOL: Das bedeutet dann aber auch, dass die staatlichen Hilfseinrichtungen zu wenig Unterstützung anbieten, oder?

Pfeifhofer: So einfach kann man das nicht sagen, aber es gibt z.B. gesetzliche Regelungen, wann einem bei einem Krebsleiden eine Zahnarztrückerstattung zusteht oder nicht. Und je nach Krebsart, wenngleich beide Patienten ihre Zähne durch die Krebsbehandlung verlieren, gibt es bei einer Erkrankung eine Zahnarztrückerstattung und bei der anderen nicht. Obwohl das Ergebnis bei beiden dasselbe ist. Sie haben ihre Zähne aufgrund einer Krebsbehandlung verloren.

STOL: In wie vielen Fällen konnte „Südtirol hilft“ im abgelaufenen Jahr helfen?

Pfeifhofer: Wir haben im Jahr 2016 in 269 Fällen helfen können. Die Beträge reichten dabei von einigen 100 Euro bis in den fünfstelligen Bereich hinein. Die Höchstsumme, die bezahlt wurde, lag bei 25.000 Euro. In einigen Fällen reichte es auch, nur eine Garantie zu hinterlegen, bis die finanziellen Mittel der betroffenen Person vorhanden waren.

STOL: Gab es auch Fälle, die abgelehnt wurden?

Pfeifhofer: Klarerweise mussten auch Anfragen abgelehnt werden. Davon abhängig ist nicht nur die finanzielle Höhe, sondern viel mehr, ob mit der finanziellen Hilfe das Problem gelöst werden kann. Wenn man merkt, dass trotz einer finanziellen Hilfe das Problem damit nicht beendet ist, dann hat es auch keinen Sinn, in dieser Situationen einem monetär unter die Arme zu greifen. Oft laufen parallel private Spendensammlungen. In solchen Fällen wollen wir wissen, wie viel Geld aus dieser Privatinitiative zusammen gekommen ist. Wenn uns jemand, das ist auch schon vorgekommen, diese Information verweigert, dann lehnen wir ebenfalls ab.

Interview: Christian Morandell

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Termin: 10. Juni mit Beginn um 9 Uhr in St. Michael Eppan.
Teilnehmende Mannschaften: 50 Firmen aus Südtirol
Die Veranstaltung wird unterstützt von: Brennercom, Forst, Aster Holzbau, Despar, Volksbank, Hofer Fließen & Böden, Bernard Bau und GKN Sinter Metals.

stol