Freitag, 24. Juni 2016

Sommer, Sonne, Schweißausbrüche

Am Freitag hat es im Raum Bozen die erste Tropennacht des Jahres gegeben - manche Bewohner im südlichen Landesteil haben zwischen Bett und Sauna nicht unterscheiden können.

34,8 Grad herrschten am Freitag in Brixen: Landeshöchsttemperatur.
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34,8 Grad herrschten am Freitag in Brixen: Landeshöchsttemperatur. - Foto: © shutterstock

Endlich ist er da: der Sommer. Und schon geht das erste „Geraunze“ los - es ist heißt in Südtirol, richtig heiß.

Landesmeteorologe Dieter Peterlin hatte bereits am Donnerstag die erste Tropennacht für den Raum Bozen über Twitter angekündigt.

Südtirol Online hat mit Dieter Peterlin über die erste Hitzewelle dieses Sommers gesprochen.

Dieter Peterlin vom Landeswetterdienst sagt lokale Gewitter für Freitag und Samstag voraus. - Foto: Archivbild

Südtirol Online: Herr Peterlin, im Süden des Landes hat man die erste tropische Nacht hinter sich - was verstehen Meteorologen unter „tropisch“?
Dieter Peterlin: „Tropennacht“ bedeutet, dass die Tiefsttemperatur in der Nacht nicht unter die 20 Gradgrenze sinkt. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag war dies in Bozen der Fall, es herrschte eine Mindesttemperatur von 20,3 Grad. Gemessen wird die Tiefsttemperatur in der Früh kurz vor Sonnenaufgang, heute zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr.

STOL: Wieso herrschen aktuell solche Temperaturen in Südtirol?
Peterlin: In den letzten Tagen hat uns aus Spanien eine subtropische Luftmasse erreicht, die dazu führt, dass es untertags immer wärmer wird. Nehmen wir Bozen als Beispiel: hier ist es besonders heiß, die Luft in der Stadt bleibt die ganze Zeit über warm, da es sich bei Bozen um den am tiefsten gelegenen Ort des Landes handelt - die Stadt befindet sich in einer Kesselsituation. Von dieser subtropischen Hitze ist aber nicht nur Südtirol, sondern ganz Europa betroffen.

STOL: Der Freitag ist der heißeste Tag des Jahres, wo wurden die höchsten Temperaturen gemessen?
Peterlin: Landesweit war das in Brixen, das Thermometer kletterte in der Domstadt auf 34,8 Grad. Aber auch in Bozen, Auer und Meran - Hitzeklassiker - ist es mit Temperaturen um die 34 Grad sehr warm.

STOL: Wird es Gewitter geben?
Peterlin: Die vergangenen Tage waren stabil, aber bereits im Laufe des Freitags kam es zu einigen kleineren, lokalen Gewittern. Auch am Abend, in der Nacht und am Samstag sind, über das Land verteilt, einige Gewitter zu erwarten, aufgrund der hohen Temperaturen teilweise auch etwas heftigerer Art - wo kann man aber noch nicht genau sagen. Die Gewitter werden eine leichte Abkühlung mit sich bringen, die Temperaturen werden am Wochenende um ein paar Grad sinken. Die erste große Hitze ist dann aufgebrochen, in der nächsten Woche geht es dann mit Temperaturen um die 30 Grad weiter, das Wetter wird dann insgesamt stabiler sein.

Interview: Andrej Werth

In Tscherms zeigte am Freitagnachmittag ein Digitalthermometer sogar sagenhafte 41 Grad an. 

Am Freitagnachmittag ging es in Tscherms heiß her.
Foto: Video Aktiv Schnalstal

stol