Besonders warmer SommerDer Sommer 2012 war einer der wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen: In Bozen wurde eine mittlere Temperatur von 23,9 Grad Celsius Celsius gemessen, das Klimamittel 1981-2010 beträgt hier 22,4 Grad Celsius.Wärmer war in Bozen nur noch der Rekordsommer 2003, allerdings mit deutlichem Abstand von durchschnittlich 25,2 Grad Celsius.Auch im restlichen Land reiht sich der Sommer unter den drei bis fünf wärmsten Sommer der Geschichte ein.Der große Wärmeüberschuss wurde von den Monaten Juni und August produziert, während der Juli nur wenig vom Normwert abwich.Entscheidend für die außergewöhnlich hohen Temperaturen zeichnete die dominierende Südwest-Wetterlage.Vor allem der August war überdurchschnittlich heiß, hatte aber ein kühles Ende: In Bozen wurden 29 Sommertage gezählt (Tage über 25 Grad Celsius) und 23 Tage davon waren sogar Hitzetage (über 30 Grad Celsius). In der zweiten Augusthälfte kam es zwar zu einer Hitzewelle mit Temperaturen bis 37 Grad Celsius, von absoluten Hitzerekorden blieb Südtirol aber verschont.Höchste Temperatur in BozenDie höchste Temperatur in diesem Sommer wurde an der Wetterstation Bozen am 20. August mit 36,8 Grad Celsius gemessen.Am kältesten war es im Tal am 14. Juni mit 1,7 Grad Celsius in Sterzing und auf den Bergen am 23. Juli mit -8,5 Grad Celsius am Signalgipfel des Wilden Freigers in 3400 Metern Höhe.Starker Niederschlag im WipptalKennzeichnend für den zu Ende gehenden Sommer waren aber auch enormen Niederschlagsmengen, vor allem im Wipptal.In Bozen war es mit 345 Millimetern Regen um 30 Prozent nasser als normal.Um 40 Prozent nasser verliefen die vergangenen drei Monate hingegen in Bruneck und Brixen.Absoluter Spitzenreiter ist aber der Bezirk Wipptal und das Antholzer Tal, wo Rekordmengen gefallen sind.„In Sterzing und Pfitsch gab es im heurigen Sommer so viel Regen wie noch nie seit mindestens 80 Jahren", so Peterlin vom Landeswetterdienst. Der Jahresniederschlag beträgt in Sterzing 770 Millimeter.Am wenigsten regnete es im Vinschgau, hier lagen die Mengen im Bereich des langjährigen Durchschnitts.Über 40.600 BlitzeinschlägeDer zu Ende gehende Sommer war außerdem sehr gewitterreich: An 58 von 92 Tagen gab es irgendwo in Südtirol Gewitter.Insgesamt hat das Blitzortungssystem des Landeswetterdienstes über 40.600 Blitzeinschläge verzeichnet, das sind um 40 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres.Die Gemeinde mit der größten Blitzdichte war Pfitsch, gefolgt von Sterzing und Hafling. Die blitzärmsten Gemeinden waren Taufers in Münster, sowie Waidbruck und Martell.Der blitzreichste Tag des Jahres war der 4. August, am Tag der Pfitsch-Naturkatastrophe, mit 3345 Einschlägen.Gletscher litten unter der Hitze„Unter der Hitze hatten heuer besonders die Gletscher zu leiden. Unsere Messungen bestätigten das außergewöhnliche Abschmelzen", erklärt der Glaziologe Roberto Dinale vom Hydrographischen Landesamt.Im unteren Bereich der Südtiroler Gletscherzunge sind rund drei Meter Eis geschmolzen und selbst im oberen Bereich, wo sonst normalerweise eine schützende Schneedecke liegt, beträgt der Eisverlust noch etwa einen Meter.Eine deutliche Entspannung ist mit dem heutigen 31. August zu erwarten, da es in den Bergen zu teils ergiebigen Schneefällen kommt.