Freitag, 10. Juni 2016

Sommerbetreuung: 260 Projekte für 50.000 Kinder und Jugendliche

Mit 6 Millionen Euro fördert das Land Südtirol die Sommerbetreuungsangebote 2016. Landesrätin Deeg stellte am Freitag das Programm und die neuen Kriterien vor.

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Foto: © shutterstock

"Gerade der Sommer stellt die Eltern vor große organisatorische Herausforderungen", sagte Familienlandesrätin Waltraud Deeg am Freitag bei der Vorstellung der Sommerangebote 2016. Die Sommer- bzw. Ferienbetreuung sei daher ein wichtiger Schwerpunkt in der Familienpolitik.

"Sie ermöglicht die Vereinbarkeit in den Ferienzeiten und bietet Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit, Spaß zu haben, Erfahrungen mit anderen Menschen zu sammeln und etwas Neues zu lernen", so Deeg.  Ob jonglieren im Zirkuszelt, eine Fremdsprache oder Spurensuche im Wald -  "die Angebote sind vielfältig und es ist für jeden etwas dabei", betont die Familienlandesrätin. 

Steigende Nachfrage, mehr Geldmittel

Die Zahlen sprechen für sich: Das Land stellt für die Sommerbetreuung im heurigen Jahr rund 6 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden landesweit rund 260 Projekte für über 50.000 Heranwachsende von 3 bis 15 Jahren verwirklicht. Die Projekte werden zu 80 Prozent von privaten Anbietern und zu 20 Prozent von Gemeinden und Schulen organisiert. Außerdem gibt es noch das Angebot der Sommerkindergärten, bei denen rund 30 bis 40 Kindergärten und über 200 pädagogische Mitarbeiterinnen auch im Sommer für drei bis sechs Wochen Kinder im Vorschulalter betreuen.

Die für die Sommerbetreuung aufgewendeten Mittel sind in den letzten fünf Jahren konstant gestiegen: von rund 3,4 Mio. Euro im Jahr 2011 auf rund 4,6 Mio. im vergangenen Jahr. "Wir sind bemüht, die Mittel aufzustocken, um der stetig wachsenden Nachfrage gerecht zu werden", sagte Landesrätin Deeg.

Weniger Bürokratie und mehr Qualität

Gerhard Mair von der Landesfamilienagentur stellt bei der heutigen Pressekonferenz die neuen Förderkriterien vor, die am 1. März 2016 von der Landesregierung genehmigt wurden. "Damit wird die Planung verbessert, die bürokratischen Abläufe für Anbieter vereinfacht, und es kann verstärkt auf die Bedürfnisse der Familien und die Qualität der Betreuung geachtet werden", wies Mair auf die Vorteile hin. Laut den neuen Förderkriterien kann eine Sommerbetreuung künftig bereits ab einer Gruppengröße von 8 Kindern angeboten werden.

Auch Angebote, die nur eine Woche dauern, werden zur Förderung zugelassen. Um möglichst die gesamte Ferienzeit abdecken zu können, sehen die neuen Kriterien ab 2017 eine stärkere Koordinierung durch die Gemeinden vor Ort vor, "denn die Gemeinden sind näher an den Familien dran", so Mair. Neu ist auch, dass das Höchstalter der Teilnehmer von 14 auf 15 Jahren angehoben wurde.

Eine Ausnahme gilt für Kindern mit Beeinträchtigung. Sie dürfen künftig bis zur Volljährigkeit in die Sommerbetreuungsprojekte aufgenommen werden. Neu ist auch, dass  Anbieter, die das Zertifikat "audit familieundberuf" vorweisen können, fünf Prozent mehr an Beiträgen erhalten.

lpa

stol