730 Sommerbetreuungsprojekte von 195 Partnerorganisationen wurden für heuer eingereicht. Diese Projekte stellen insgesamt 107.000 Betreuungsplätze für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen drei bis 15 Jahren. 657 Projekte wurden laut Monika Conrater von „ihrer“ Familienagentur bereits bearbeitet und dafür 16 Millionen Euro zweckgebunden. Die bislang veröffentlichten 21, die heurige Sommerbetreuung betreffenden Sammeldekrete decken davon jedoch nur 511 Projekte ab, für die damit die Auszahlung der Vorschüsse auch angewiesen wurde. <BR /><BR />Damit bleiben mehr als 200 Projekte bislang ohne Vorschuss. Die externen Träger haben jedoch Personal, Verpflegungsspesen, Eintritte, Materialien etc. zeitnah zu begleichen – und die Rücklagen reichen häufig nicht, um mit all dem in Vorleistung zu gehen. Ist der Vorschuss genehmigt, aber nur noch nicht ausbezahlt, gewähren die Banken zumeist Überbrückungskredite. Doch auf den Spesen bleiben die Träger in jedem Fall sitzen. <BR /><BR />Weil wenn auch noch nicht für alle Projekte, so doch zumindest für einen Teil Vorschusszahlungen an die Träger geflossen sind, dürften größere Liquiditätsprobleme ausgeblieben sein. Offiziell dazu äußern will sich von den Organisationen in der Warteschleife so gut wie niemand.<BR /><BR />Einhelliger Tenor: mit einem blauen Auge davon gekommen. <BR />Denn dass bei der Erstanwendung der neuen Förderkriterien Vieles nicht glatt laufen könnte, davor hatten die externen Anbieter von Anfang an gewarnt. Ihr Wunsch: wenigstens ein weiteres Jahr mit den alten Kriterien, um den Umstieg besser vorbereiten zu können. <BR /><BR />Die Vorschusszahlungen des Landes waren zwar auch schon in früheren Jahren öfter ein Problem. „Doch gerade in den beiden vergangenen Jahren klappte alles eigentlich super und die Vorschüsse waren vor Beginn der Projektwochen da“, erzählt eine Verantwortliche eines Anbieters. Die Erfahrungen anderer externer Träger decken sich damit. <BR />Das Aufschubjahr hat es nicht gegeben – dafür große Unsicherheiten. Und die setzen sich wohl auch bei den Ansuchen fort. <BR /><BR />Denn laut Conrater seien 73 der Ansuchen für Sommerbetreuungsprojekte, und damit immerhin zehn Prozent, gar nicht bearbeitbar, zumeist „weil wesentliche Elemente“ fehlten. Woran es hapert, das wissen einige der Betroffenen nach eigenen Angaben allerdings noch immer nicht. In anderen Fällen lässt sich nun, quasi nach Abschluss des Projektes, am Stein des Anstoßes kaum mehr etwas ändern. <BR /><BR />Andrea Nicoli von der Sozialgenossenschaft Learning Center gehört zu denen, die für einen Teil der Sommerwochen noch „warten“. Dabei ist er ein „alter Hase“ im Geschäft. Er findet: „Das Land muss aufhören, die Dinge zu verkomplizieren. Wir brauchen Sicherheit.“ Ende August noch immer in der Luft zu hängen, gibt keine.<BR /><BR />Und eine weitere Sorge eint die Sommerbetreuungs-Anbieter: die Formulare für die Endabrechnung fehlen noch immer. Und damit wesentliche Anhaltspunkte für die eigenen Bilanzen und für die zu erwartenden Saldo-Zahlungen.