Zwar waren bekanntlich Kriterien und Beiträge für die Sommerbetreuung im Vorfeld geändert worden. Doch das grundsätzliche Prozedere ist noch immer dasselbe: Die Träger reichen vor dem Start die Anträge beim Land ein, bekommen dann einen Vorschuss und nach dem Sommer erfolgt die Schlussabrechnung. 2024 erfolgte die Auszahlung Ende Juni, im vergangenen Jahr Mitte Juli. Doch heuer lässt das Geld auf sich warten, und nicht nur das: Auch die Bescheide fehlen. Die Träger werden nervös: Denn die Gehälter sind zu zahlen und noch wichtiger: auch die Sozialabgaben. Und das NISF/INPS duldet keinen Aufschub. <BR /><BR />Je nach Größe und Anzahl der Sommerprojekte kommen bei den Trägern Gehälter in Summe zusammen, die für jeden Monat in den sechsstelligen Bereich gehen. Vorstrecken ist also keine Option. Und ohne Dekret gibt es nur schwer Überbrückungskredite von Seiten der Banken. Abgesehen davon, dass diese mit zusätzlichen Spesen verbunden sind. Dabei hätte mit der Neuregelung eigentlich alles einfacher und schneller – und online gehen sollen. Doch der Teufel steckt wohl im Detail und der Übergang ist holpriger als gehofft. <BR /><BR />„Mit der Umstellung hatten einige Träger wohl Probleme. Es wurden teils falsche oder alte Formulare ausgefüllt. Teils fehlten auch Unterlagen. Und in anderen Fällen haben wir Nachmeldungen zugelassen, aber das verzögert die Genehmigung ebenfalls“, erklärt Monika Conrater, die neue Direktorin der Familienagentur. Ihre Mitarbeiter würden jedenfalls alles tun, um Liquiditätsprobleme von Trägern abzuwenden. Gestern wurde nun auch ein Schreiben verschickt, in dem die Agentur mitteilt: „Die Verfahren zur Gewährung der Beiträge wurden inzwischen eingeleitet. Auch die Auszahlung der vorgesehenen Vorschüsse hat begonnen.“ <BR /><BR />Donatella Cama von „We4you“ beruhigt das wenig: „So spät wie heuer waren wir noch nie dran.“ Dass sich die Auszahlungen verzögern, wundert sie dabei allerdings kaum: „Im alten System habe ich die Sommerwochen eines Bezirkes in einem Antrag zusammengefasst. Diesmal musste ich statt vier Anträgen 60 stellen, also alles einzeln.“