Erste Anbieter wie das ELKI Bozen ziehen sich für 2026 bereits zurück. Statt mehr Sicherheit zu bringen, steht mit dem Beschluss der Landesregierung die Sommerbetreuung nun auf der Kippe. <BR /><BR />Dachverbandspräsident Wolfram Nothdurfter nimmt kein Blatt vor den Mund: Er fordert von der Landesregierung nicht weniger, als den Beschluss zurückzunehmen. Unter diesen ökonomischen Rahmenbedingungen könne man keine qualitativ hochwertigen, sicheren und vielseitigen Sommerangebote für Kinder und Jugendliche gewährleisten. <BR /><BR />Besonders die Deckelung der Lohnkosten von 22 Euro für Betreuungspersonal und 30 Euro für pädagogisch qualifiziertes Personal sei nicht ausreichend. „Dabei sprechen wir nicht von den Bruttogehältern, sondern von den Gesamtkosten“, präzisiert Nothdurfter. Die Folge sei, dass entweder die Angebote reduziert werden oder die Familien erheblich höhere Teilnahmegebühren zahlen müssten. <h3> Wochenpauschale wirkt sich noch gravierender aus</h3>„Noch gravierender wirkt sich die vorgesehene Wochenpauschale von 250 Euro aus, die unter anderem Betriebskosten, didaktische Materialien, Ausflüge, externe Experten, Verwaltungsspesen und vieles mehr beinhaltet. Mit diesem Betrag ist es faktisch unmöglich, abwechslungsreiche, pädagogisch wertvolle und erlebnisreiche Wochenprogramme zu planen“, betont Martina Pareiner, Geschäftsführerin vom Jugendzentrum Loop in Sand in Taufers. <BR /><BR />Auch VKE-Direktorin Angelika Stuefer fordert daher „rasch eine praktikable Überarbeitung der vorgesehenen Regelungen.“ Es wäre schade, „wenn durch die unzureichende Finanzierung Sommerprojekte für Kinder und Jugendliche nicht mehr interessant genug gestaltet werden können“, sagt Burgi Trogmann, Geschäftsführerin vom Algunder Jugendtreff Iduna. <h3> „Anbieter fühlen sich im Stich gelassen“</h3>Dass das keine unbegründete Befürchtung ist, weiß auch Maria Elisabeth Rieder (Team K): „Mit den neuen Richtlinien können viele Träger ihre Angebote nicht mehr kostendeckend finanzieren. Das bedeutet entweder höhere Elternbeiträge und größere Unterstützung durch die Gemeinden oder das Aus für seit Jahren angebotene Sommerprojekte. In den vergangenen Tagen habe ich viele Rückmeldungen in diese Richtung bekommen. Die Anbieter fühlen sich von der Landesregierung im Stich gelassen“, berichtet Rieder. Ganz konkret weiß sie: „Der ELKI-Vorstand in Bozen hat seinen Mitgliedsfamilien bereits mitgeteilt, dass es 2026 keine Sommerangebote mehr geben wird.“ <BR /><BR />„Mit den neuen Kriterien für die Sommerbetreuung sind wir jedenfalls von einer Planungs- und Finanzierungssicherheit meilenweit entfernt“, konstatiert auch Martina Ladurner von der Kinderwelt. Denn selbst erhöhte Elterntarife würden mit dem aktuellen Beschluss das Problem nicht lösen: „So wie er derzeit formuliert ist, werden in der Abrechnung von den effektiv angefallenen förderbaren Kosten unsere gesamten Einnahmen abgezogen. Allfällige notwendige Erhöhungen der Elterntarife, um die Gesamtausgaben zu decken, würden somit verpuffen und zu einem Defizit führen. Wir brauchen hier Klarheit bei der Abrechnung.“<BR /><BR />Nothdurfter wünscht sich jedenfalls neue Kriterien, die „der Zielsetzung einer qualifizierten Betreuung und Begleitung der Kinder und Jugendlichen zur Stärkung und Unterstützung der Familien gerecht werden.“ Die Anbieter sollten dabei einbezogen werden.