„Die Auszahlung hat begonnen“, hatte Conrater vergangenen Montag erklärt. Doch auf der Webseite des Landes ist noch kein Dekret veröffentlicht, das die Auszahlung eines Vorschusses für ein Sommerbetreuungs-Projekt betreffen würde. Und ohne Dekret erfolgt im Normalfall keine Auszahlung. <BR /><BR />„Nichts bekommen“, heißt es entsprechend wenig überraschend bei einem Rundruf. Dass das laut Conrater an fehlenden Dokumenten, falschen Formularen oder Nachmeldungen liegen soll, sorgt für Kopfschütteln. Natürlich könne das vorkommen, „aber bei allen?“ Die Stimmung bei den Trägern schwankt jedenfalls zwischen Sorge, Frust und Resignation. <BR /><BR />So sagt <b>Martina Ladurner</b> von der <b>Kinderwelt</b>: „Obwohl sich die Sommerprojekte bereits in Umsetzung befinden und die damit verbundenen Kosten längst entstanden sind, haben wir noch immer keine Sicherheit, dass die beantragten Beiträge tatsächlich in voller Höhe gewährt werden. Neben der Vorfinanzierung müssen wir somit auch das Risiko einer Unterfinanzierung tragen – ein Risiko, das die wirtschaftliche Stabilität der Organisationen erheblich belastet.“ Dass sich die finanzielle Verantwortung „faktisch immer stärker auf die durchführenden Organisationen verlagert“, sieht man bei der Kinderwelt als „besonders kritisch“ an. <h3> „Es scheint der Familienagentur die Brisanz des Problems nicht klar zu sein“</h3>Auch <b>Karlheinz Malojer</b>, Geschäftsführer der <b>Jugenddienste</b>, bestätigt: „Kein Vorschuss, kein Dekret für keinen unserer Jugenddienste.“ Er befürchtet: „Es scheint der Familienagentur die Brisanz des Problems nicht klar zu sein.“ Es seien Gehälter und Sozialabgaben zu zahlen. „Und wir wollen und können uns auch nicht erlauben, das Bild unzuverlässiger Arbeitgeber abzugeben.“<BR /><BR />„Wir Träger erleben diese Situation seit etwa drei Jahren, doch der laufende Sommer stellt den kritischsten Moment dar“, sagt <b>Andrea Nicoli</b> von der <b>Genossenschaft Learning Center</b>. Seine Genossenschaft könne ohne die Vorauszahlung „vielleicht 30 Prozent der Gehälter zahlen“. Andrea Nicoli ist dabei ein „alter Hase“, das erste Projekt hat er bereits 2004 ins Leben gerufen. Und so kennt er auch die Familienagentur seit ihren Anfängen. Sein Eindruck: Dort fehle es seit einiger Zeit an Mitarbeitern. <BR /><BR /><b>Sandra Moszner</b> vom <b>Elki Lana</b> anerkennt die Bemühungen der Mitarbeiter in der Familienagentur und im Ressort: „Die Wertschätzung für die externen Träger ist mit Sicherheit gegeben. Doch nun muss in der Verwaltung etwas passieren, dass man sozusagen vor die Welle kommt. Und nicht mit allem zu spät dran ist.“ <BR /><BR />Landesrätin Rosmarie Pamer beruhigt: „Mir ist bewusst, dass die verzögerten Vorschüsse eine Belastung darstellen. Genau deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, die noch offenen Auszahlungen so rasch wie möglich abzuschließen. Niemand muss sich Sorgen machen – die zugesagten Beiträge werden selbstverständlich ausbezahlt.“ Laut den Daten, die Pamer gestern mitteilte, sind von den insgesamt rund 700 Gesuchen 219 in irgendeiner Form nicht in Ordnung, etwa weil Dokumente fehlen. Doch sie beruhigt auch hier: Man werde mit größtmöglicher Kulanz vorgehen.