Montag, 04. Juli 2016

Sommerschlussverkauf: Sichere Schnäppchenjagd

Am 2. Juli hat der Sommerschlussverkauf auch in Südtirol begonnen. Aber auch diese ersehnte Zeit der Schnäppchen birgt ihre Tücken. Deshalb sollte der fleißige Käufer sich besonders im Ausverkauf seiner Rechte bewusst sein: Die Südtiroler Verbraucherzentrale (VZS) rät zu Sorgfalt und Vorsicht walten zu lassen.

Der Schlussverkauf hat am Samstag begonnen.
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Der Schlussverkauf hat am Samstag begonnen. - Foto: © STOL

In erste Linie kann der Konsument sich schützen, indem er kontrolliert, dass die Ware mangelfrei ist und den Werbeaussagen entspricht. Ebenso müssen Ausverkaufsware und Ware zum normalen Preis eindeutig getrennt angeboten werden.

Eindeutige Preisschilder

Bei Preisschildern gibt es Richtlinien, an die Verkäufer sich halten müssen. Die Preisschilder müssen den bisherigen Verkaufspreis, den Preisnachlass in Prozenten und den neuen Verkaufspreis aufweisen. Trotzdem empfiehlt die VZS, vor dem Bezahlen immer das Etikett zu überprüfen, da im Chaos eines Ausverkaufes können Waren und Preisschilder leicht durcheinander kommen.

Auch im Schlussverkauf sollte man Kassenzettel oder Rechnung sorgfältig aufbewahren. Sie sind für Reklamationen beim Händler oder auch für die Meldung eines Schadens wichtig.

Angebote gelten für alle

Die beworbenen Preise gelten für alle, und zwar ohne mengenmäßige Beschränkung oder Koppelung an irgendeine Bedingung und bis zum restlosen Verkauf des Bestandes. Der Kunde muss mit einem einsehbaren Hinweis informiert werden, wenn der Warenvorrat erschöpft ist und das Angebot somit erlischt.

Gemäß Stabilitätsgesetz 2016 haben Händler, Handwerker und Freiberufler die Pflicht, Zahlungen ihrer Kunden auch mit Bankomat- oder Kreditkarte anzunehmen; ausgenommen sind Fälle, wo dies „objektiv technisch unmöglich“ ist wie z.B. auf Märkten.

Fehler können noch nach zwei Jahren gemeldet werden

Fehlerfreie Produkte müssen vom Händler nicht grundsätzlich zurückgenommen werden, während des Schlussverkaufs ebenso wenig im Normalfall. Tun sie es doch, weißt die VZS hin, geschieht dies aus Kulanz. Bei mangelfreier Schlussverkaufsware wird der Umtausch zumeist ausdrücklich ausgeschlossen. Wer diesen trotzdem wünscht, sollte den Händler um einen Vermerk auf dem Kassenzettel oder der Rechnung bitten.

Jeden Mangel, auf den ein Geschäft nicht ausdrücklich hingewiesen hat, kann der Kunde, wenn er ihn später bemerkt, reklamieren. Diese Frist gilt für zwei Jahre ab Kaufdatum und 60 Tage ab Entdeckung. In den ersten sechs Monaten liegt die Beweislast – also, dass der Fehler zum Zeitpunkt des Kaufes nicht bestanden hat - beim Händler. Dies macht es für die Konsumenten leichter, ihr Recht geltend zu machen.

Auch bei den niedrigsten Preisen hat man als Kunde Anspruch auf Waren ohne Mängel und Gewährleistung auf die zugesicherten Eigenschaften. Wird ein Artikel billiger verkauft,so Verbraucherzentrale, weil er beispielsweise verschmutzt ist oder eine Farbschattierung im Innenfutter aufweist, muss dies auch angegeben werden. 

stol/wh

stol