Sonntag, 07. Februar 2021

Sonne und 20 Grad lassen viele Italiener Risiken vergessen

In vielen Regionen Italiens wurden die Corona-Maßnahmen an diesem Wochenende gelockert. In Rom und anderen Städten rückten am Samstag Einsatzkräfte mit Blaulicht auf beliebten Plätzen an, um abendliche Menschentrauben zu zerstreuen. Mit Wein und Bier in der Hand standen Leute fröhlich zusammen.

Überfüllte Straßen in Rom am Samstag.
Überfüllte Straßen in Rom am Samstag. - Foto: © ANSA / CLAUDIO PERI
Im Süden, etwa bei Palermo und Neapel, zog es Sonnenhungrige an die Strände. Tausende strömten am Samstag zudem in die Einkaufsstraßen der Zentren. Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi warnte in den sozialen Netzwerken, alle müssten Maske tragen: „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Notlage noch nicht vorüber ist.“

Viele Italiener hatten wochenlang auf die Chance gewartet, dass Wetter und Corona-Regeln den Aperitif auf der Straße schöner machen. Am vergangenen Montag hatte die Regierung die Virus-Beschränkungen dann in vielen Regionen wegen sinkender Infektionszahlen gelockert. In Südtirol gelten ab Montag wieder strengere Maßnahmen.

Große Teile Italiens sind als gelbe Risikozonen mit moderaten Beschränkungen eingestuft. Etwa in der Region Latium mit Rom und in der Lombardei, wo lange vieles dicht war, dürfen Bars und Restaurants wieder Gäste bis 18.00 Uhr an Tischen bewirten. Danach können die Lokale mehrere Stunden Essen und Getränke zum Mitnehmen verkaufen.

Um 22.00 Uhr beginnt in Italien die nächtliche Ausgangssperre.
Obwohl die Sonne am Sonntag in vielen Landesteilen hinter Wolken versteckt war, blieben die Temperaturen oft zweistellig. In Palermo auf Sizilien, das noch zur orangen Zone mit schärferen Corona-Regeln gehört, waren bis zu 24 Grad angekündigt.

Experten des Gesundheitsministeriums hatten am Freitag vor einer Verschlechterung der Corona-Zahlen in dem 60-Millionen-Einwohner-Land gewarnt. In Umbrien sorgten größere Ausbrüche und Virus-Mutationen für Besorgnis. Italien registrierte bisher mehr als 91.000 Corona-Tote, am Samstag gab es innerhalb von 24 Stunden weitere 385 Todesopfer.

ansa/apa/dpa

Schlagwörter: