Mittwoch, 09. August 2017

Sonntags einkaufen: Nein, sagt der Bischof! Und was sagen Sie?

"Eine eindringliche Bitte – mitten im Sommer." So beginnt der Hirtenbrief vom Bischof Ivo Muser, indem er an die Kaufleute und Kunden appelliert, den Sonntag zu heiligen - nicht nur aufgrund von religiösen Belangen.

Bischof Ivo Muser
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Bischof Ivo Muser

"Schon seit Jahren erfolgt eine schleichende und zunehmend unwidersprochene Aushöhlung und Abwertung unserer Sonntags- und Feiertagskultur. Diese Entwicklung veranlasst mich erneut zur Bitte, die ich an alle Kaufleute, an die politisch Verantwortlichen und nicht zuletzt an jeden und jede von uns richte", so schreibt Muser in seinem Hirtenbrief. 

Keine Sklaven der Arbeit und des Konsums

Die Profitbesessenheit und Leistungsorientierung gefährde heute oft den Rhythmus des menschlichen Lebens. Die Mentalität des „immer Mehr“ mache abhängig und krank. "Wir dürfen keine Sklaven der Arbeit und des Konsums sein. Wir dürfen uns nicht vom Haben, vom Leisten und vom Konsumieren her definieren", so Muser. Und weiter: Die Zeit der Erholung, vor allem am Sonntag und an unseren Feiertagen, diene unserem Wohl und sei ein Beitrag zu einer gerechteren und menschlicheren Gesellschaft.

Sonn- und Feiertage seien ein hohes Menschheitsgut und dürften nicht durch die Ideologie des Konsums zu einem Geschäft verkommen, so dass uns der Drang zu konsumieren am Ende müder zurücklässt als vorher.

STOL möchte wissen: Einkaufen am Sonntag: Wie halten Sie es damit? STIMMEN SIE AB:

Der Mensch braucht mehr

"Der Sonntag und unsere Festtage, die befreit sind von allen nicht notwendigen Arbeiten, stellen einen unschätzbaren Wert dar, den es wieder zu entdecken und zu schützen gilt - auch gegen Widerstände und Privatinteressen - und der der gesamten Gesellschaft zum Vorteil gereicht", so der Bischof. Er ist überzeigt, die Menschen brauchen den Sonntag "und unsere Festtage mit ihren sozialen, familiären, kulturellen und religiösen Chancen!  Wir Menschen brauchen mehr und sind mehr als Konsum, klingende Kassen, Hektik und pausenlose Betriebsamkeit."

Der Mensch dürft sich nicht selbst reduzieren auf das Tun, auf das Leisten, auf das Konsumieren und auf das Haben.

Für die heilige Zeit

"Wir brauchen auch mehr als individuelle, private Freizeit. Durch den öffentlichen Schutz unserer Sonn- und Feiertage gewinnen und verdienen wir letztlich alle. Alle Zeiten dem Profit und dem Konsum zu unterwerfen, das ist auch die Untergrabung von religiösen Möglichkeiten", so Muser.
Er halte es für eine vorrangige Aufgabe der Kirche heute, für das einzutreten, was keinen unmittelbaren Profit bringt: für die heilige Zeit, für unsere Festtage, und allem voran für den Sonntag. 

stol

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