Mittwoch, 18. September 2019

SOS-Auwald Brixen: „Schützen, was noch da ist“

Am Wochenende hat ein Lokalaugenschein von Umweltvereinen am Auwald in der Brixner Industriezone als Initiative für ein lebenswertes Brixen stattgefunden. Es soll weiterhin für den Erhalt dieses Auwaldes gekämpft werden, der im Industriegebiet verbaut werden soll.

Fabio Volpotti, Elisabeth Brunner, Petra Steiner, Luigi Mariotti und Franz Pattis beim Auwald-Lokalaugenschein. - Foto: Initiative für ein lebenswertes Brixen
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Fabio Volpotti, Elisabeth Brunner, Petra Steiner, Luigi Mariotti und Franz Pattis beim Auwald-Lokalaugenschein. - Foto: Initiative für ein lebenswertes Brixen

Daran teilgenommen haben unter anderem Luigi Mariotti vom WWF und Fabio Volpotti von Legambiente als Vertreter von internationalen bzw. nationalen Umweltschutzorganisationen. Von den Südtiroler Umweltgruppen waren Petra Steiner vom Artenschutzzentrum St. Georgen und die Vorsitzende der Umweltgruppe Olang, Elisabeth Brunner, vertreten.

Martin Hilpold vom Artenschutzzentrum St. Georgen stellt klar: „Diese Waldfläche ist in der Karte der aktuellen Vegetation Südtirols sowie beim Projekt StadtLandFluss des mittleren Eisackales als Auwald genannt und auch eingetragen“.

Hilpold verweist auch auf die Publikation „Waldtypisierung Südtirol“, herausgegeben von der Provinz Bozen im Jahre 2010, in der dieser Wald als Auwald in der Karte eingezeichnet ist. Darin empfohlene Richtlinien zum Waldbau wurden umgesetzt, ausgewiesene Fichten und Föhren wurden gefällt und der Auwald dadurch auch renaturiert.

Erhalt von flussbegleitenden Lebensräumen

In dem auch von der Gemeinde Brixen mitgetragenen Projekt „StadtLandFluss“ sei klar vom Erhalt der noch verbliebenen Reste der flussbegleiteten Lebensräume und Auwälder die Rede. Weiters werde darin der Auwald in der Industriezone als einer der wenigen Brutplätze des Graureihers in Südtirol genannt. Zudem werde dieser Auwald als ein wichtiger Lebensraum für den in Südtirol selten vorkommenden Kleinspecht bezeichnet und auch als wichtiger Rückzugsort für Rote-Liste-Arten.

Der Auwald habe deshalb eine große Bedeutung als Lebensraum für Tiere. Ein bestehender naturnaher Auwald, mit monumentalen Baumriesen, einer ausgeprägten Strauch- und Krautschicht und seiner hochspezialisierten Fauna, wie den Erlenprachtkäfer und den zahlreichen Brutvogelarten, entstehe nur über einen sehr langen Zeitraum und sei nicht ersetzbar.

Umweltausgleichsmaßnahmen, bzw. die Erweiterung des Biotops Millander Au, welche von der Brixner Gemeindeverwaltung vorgesehen sei, könne niemals als „Ersatz“ für den Auwald bezeichnet werden.

Es gelte zuallererst das zu schützen, was noch zu schützen da ist, so die Vertreter der Umweltgruppen. 

stol

stol