Die Pfarrei Tartsch hat die im Kunsthandel wieder aufgetauchten Figuren auf Initiative des Landeskonservators Leo Andergassen erworben. Am Dienstag präsentierten die Landesabteilung Denkmalpflege und die Pfarre Tartsch die Figuren, die, wie der gesamte Altar, in der gesicherten Gruftkapelle der Pfarrkirche St. Michael in Tartsch verwahrt werden."Man muss von einem Glücksfall sprechen", so Landeskonservator Andergassen, "von einem Glücksfall deshalb, weil alle drei Figuren zusammen wieder aufgetaucht sind und weil sie zu einem erschwinglichen Preis angeboten wurden." Bei den drei Figuren handelt sich dabei um spätgotische Schnitzfiguren aus der Werkstatt des damals bereits betagten schwäbischen Bildhauers Ivo Strigel (1431-1516). Sie stellen Maria mit dem Kind zwischen den Churer Diözesanpatronen Luzius und Florinus vor. "Im Katalog, in dem die Figuren zum Verkauf angeboten wurden, wird Luzius als Gottvater und Florinus als unbekannter Heiliger bezeichnet", so Andergassen. Auch die Herkunft des Altares wurde im Zusammenhang mit der Rückführung wieder beleuchtet. "Der Altar stammt angeblich aus Graubünden und dürfte schon im Zuge der Reformation in den Oberen "Sicher war er ein Hoch- und nicht ein Seitenaltar", ist der Kunstfachmann überzeugt. Enstanden ist der Altar im Jahr 1514, wovon die entsprechende Jahreszahl an der Rückseite zeugt. Die Malereien an der Rückseite des Altars und an den Flügeln stammen vom Maler Hans Goldschmid, der in der Strigel-Werkstatt in Memmingen tätig war. Die Schreinfiguren, denen die Jahre im "Exil" zugesetzt haben, bedürfen einer Restaurierung. Unter anderem ist die Fassung beschädigt. Eine Restaurierung soll im Sommer 2011 eingeleitet werden. Einziger Wermutstropfen der unerwarteten Rückführung: Zwei kleine schwebende Engel, die die Krone Mariens zu hielten, sind bis heute nicht wieder aufgetaucht.