Freitag, 21. Juni 2019

Spanien: 15 Jahre Haft für 5 Männer nach Vergewaltigung

Knapp 3 Jahre nach der Gruppenvergewaltigung einer 18-jährigen Frau im nordspanischen Pamplona hat das Oberste Gericht in Madrid die fünf Angeklagten zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Männer hatten in zwei Instanzen nur neun Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs – und nicht Vergewaltigung – erhalten und waren zudem gegen Kaution freigekommen. Das hatte damals landesweite Proteste ausgelöst.

Die Täter einer Gruppenvergewaltigung in Spanien wurden zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt.
Die Täter einer Gruppenvergewaltigung in Spanien wurden zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt. - Foto: © shutterstock

Die fünf Männer aus Andalusien waren im Juli 2016 am Rande der traditionellen Stierhatz über eine 18-Jährige hergefallen. Die Fünf, die sich selbst „La Manada“ („Das Rudel“) nannten, filmten sich selbst, wie sie sich in einem dunklen Stiegenhaus an der betrunkenen jungen Frau vergingen. Das Opfer ließen sie halbnackt zurück. Die Aufnahmen verbreiteten sie anschließend weiter.

Im April 2018 verurteilte ein Gericht die Männer zu jeweils neun Jahren Haft – wegen sexuellen Missbrauchs. Nach Auffassung der damaligen Richter handelte es sich nicht um Vergewaltigung im strafrechtlichen Sinn, da die Täter weder Gewalt angewendet noch ihr Opfer eingeschüchtert hätten – und dieses sich darüber hinaus nicht gewehrt habe.

Zwei Monate später kamen die Angeklagten gegen Kaution auf freien Fuß. Im Dezember bestätigte ein Berufungsgericht das Urteil. Dagegen hatten sowohl Anklage wie auch Verteidigung Berufung vor dem Obersten Gericht eingelegt.

Tausende von Menschen, darunter vor allem Frauen, waren im vergangenen Jahr gegen das Urteil auf die Straße gegangen. Die inzwischen regierenden Sozialisten sprachen sich für eine Verschärfung des Strafrechts aus.

apa/afp

stol