Sonntag, 07. Juni 2020

Spanien: „Rassismus ist eine Pandemie“

Nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten in den USA haben sich auch in Spanien zahlreiche Menschen den weltweiten Protesten gegen Rassismus angeschlossen.

Nicht nur Corona ist eine Pandemie, sondern auch Rassimus.
Nicht nur Corona ist eine Pandemie, sondern auch Rassimus. - Foto: © APA (AFP) / GABRIEL BOUYS
Am Sonntag versammelten sich nach Schätzungen der Polizei Tausende Menschen in der Hauptstadt Madrid.

Vor der US-Botschaft verurteilten sie den Tod von George Floyd und wiederholten dessen letzte Worte „Ich kann nicht atmen“. Außerdem riefen sie: „Kein Frieden ohne Gerechtigkeit“ oder „Ihr, die Rassisten, seid die Terroristen.“ Für eine Schweigeminute knieten die Demonstranten nieder. Vor Ort herrschte ein großes Polizeiaufgebot. In Barcelona versammelten sich ebenfalls Hunderte Menschen.

Die Organisation der schwarzen, afrikanischen und afrikanischstämmigen Gemeinde in Spanien (CNAAE) hatte zuvor zu Protesten in einem Dutzend spanischer Städte aufgerufen, vom Baskenland bis zu den Kanarischen Inseln.

Auch in Rom demonstrierten am Sonntag einige tausend Menschen gegen Rassismus und Diskriminierung. Zur Demonstration hatten Aktivisten der Anti-Populisten-Bewegung „Sardinen“ und Menschenrechtsorganisationen aufgerufen. Die Demonstranten versammelten sich auf dem zentralen „Piazza del Popolo“ im Herzen der italienischen Hauptstadt. Die meisten Demonstranten trugen Atemschutzmasken, die vorgesehenen Distanzierungsmaßnahmen wurden jedoch nicht eingehalten.


Um 12.00 Uhr knieten die Demonstranten fast 9 Minuten lang als Zeichen der Trauer für den Tod Floyds. Viele Demonstranten trugen Plakate mit der Aufschrift „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“. Viele hatten auch Fotos von Floyd und anderen durch Polizisten getöteten Afroamerikanern dabei. Eine ähnliche Demonstration mit tausenden Demonstranten hatte es am Samstag auch in Turin gegeben.



apa/stol