„Schulabsentismus“ wird dieses Phänomen genannt und betroffen sind junge Menschen, die sich z. B. nicht gesellschaftlichen Normen anpassen wollen und die dann den regelmäßigen Schulbesuch verweigern. Die Folgen für die Jugendlichen können fatal sein, die Schule und ihre Angehörigen oder auch die öffentlichen Verwaltungen allgemein wissen oft nicht so recht, wie sie mit diesen Jugendlichen umgehen sollen – denn die Ursachen können komplex sein und es gibt so gut wie nie schnelle und einfache Lösungen für familiäre Problemlagen, Mobbingsituationen, Schulängste usw.<BR /><BR />Wenn diese jungen Menschen aber die richtige Betreuung und Begleitung erhalten, kann das langfristig gesehen sehr positive Effekte haben und daher sind Einrichtungen wichtig, in denen diese sozialpädagogische und außerschulische Betreuungs- und Präventionsarbeit erfolgt.<h3> Konzept vom und für den gesamten Vinschgau</h3>Im Gruberhaus in Langtaufers soll eine derartige Einrichtung entstehen, es wäre laut dem Grauner Bürgermeister Franz Prieth eine gute Idee und würde auch gut zum Konzept der angrenzenden Erlebnisschule passen. Das Konzept wurde in Zusammenarbeit der Schulsprengel entwickelt, das Einzugsgebiet der Zielgruppe sei der gesamte Vinschgau, wobei man grundsätzlich von Mittel- und Oberschülern ausgeht.<BR /><BR />Langtaufers ist laut dem Konzept geeignet, denn es ist zum einen ein wenig abgelegen und bietet den Jugendlichen somit vergleichsweise wenig Ablenkungsmöglichkeiten. Andererseits gibt es im Tal viel Natur pur, die für Angebote genutzt werden kann.<h3> Mehrere Millionen müssen investiert werden</h3>Das Gruberhaus soll eines der ältesten Gebäude im Tal sein, wenn nicht das älteste, sagt der Bürgermeister. Es ist leer stehend und steht unter Denkmalschutz – und die privaten Eigner könnten sich vorstellen, das Haus für diesen sozialen Zweck zur Verfügung zu stellen. <BR /><BR />Das Land sei grundsätzlich einverstanden, Landesrat Philipp Achammer habe sich aber noch eine grobe Kostenschätzung erstellen lassen wollen, sagt Prieth. <BR /><BR />Da das Haus doch recht in die Jahre gekommen ist, müssten für die Sanierung einige Millionen Euro auf den Tisch geblättert werden – das Geld sei aber gut investiert, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Graun. Die Gemeindeverwaltung würde bürokratische und bauliche Abläufe übernehmen, das Geld müsste aber vom Land aufgebracht werden. Jetzt sei auf jeden Fall „das Land am Zug“, wie Franz Prieth sagt.