Samstag, 03. April 2021

„Spaziergänge“ gegen Corona-Maßnahmen: Wenig Teilnehmer – viel Kritik

In mehreren Städten und Dörfern wurde zu „Spaziergängen“ gegen die Coronavirus-Maßnahmen aufgerufen. Schlussendlich schlossen sich nur wenige Teilnehmer dieser Protestaktion an. Auf die pandemiebedingten Hygieneregeln wurde dabei größtenteils gepfiffen.

„Spaziergänger“ in Bozen.
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„Spaziergänger“ in Bozen. - Foto: © DLife/RM
Zur Erinnerung: Solche „Spaziergänge“ fanden ihren Ursprung vor rund einer Woche im Pustertal ( STOL hat berichtet). Aufgerufen wurde dazu vor allem in sozialen Netzwerken. Nicht näher bekannte Gruppen und „Maskengegner“ riefen zum Protest gegen die Corona-Maßnahmen auf.

Am heutigen Samstag sollte es zu einer landesweiten Aktion kommen. Proteste waren in Bozen, Brixen, Meran, Sterzing, Bruneck, Schlanders, Sand in Taufers und Kaltern geplant.

„Gegen die Diktatur“ sollte ihrer Meinung nach demonstriert werden. Nur wenige Personen folgten diesen Aufrufen. Bereits im Vorfeld gab es schon viel Kritik aufgrund der geplanten Protestzüge, wo es wie erwartet zu zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen kam.

In der Landeshauptstadt Bozen waren es geschätzte 100 Personen, die sich an der Aktion beteiligten. Der Großteil von ihnen ohne Maske. Auch die Abstandsregelungen wurden häufig missachtet.



In Sterzing wurde der Protestzug gänzlich zum Flop. Gerade mal 30 bis 50 Personen waren dabei – ohne Abstand und ohne Maske. Und mit vielen Seitenhieben auf die Presse, wie STOL-Reporter vor Ort berichten.


Auch in Meran sah es nicht besser aus. Hier waren es rund 70 Personen, die sich am Sandplatz trafen und durch Meran „spazieren“ gingen. Einige der Protestierenden wurden identifiziert und sollen laut Ordnungshütern eine Strafe aufgrund der Nicht-Einhaltung der Corona-Regeln bekommen. Größtenteils waren die Protestierenden aber nicht von herkömmlichen Spaziergängern zu unterscheiden: Transparente und dergleichen – etwa über ihre Forderungen – waren keine zu sehen.



In Bruneck beteiligten sich rund 50 Personen am Protestmarsch. Auch hier waren keine Transparente zu sehen – und auch hier wurde die Einhaltung der Corona-Maßnahmen häufig missachtet. Sticheleien gegen die Medien blieben nicht aus. In Sand in Taufers sollen es hingegen rund 200 Personen gewesen sein, die sich zum „Spaziergang“ trafen.



In Brixen waren weniger als 50 Personen anwesend – dafür sehr viele Ordnungshüter. Bereits vor Beginn des Protestzuges wurden Strafen aufgrund der Nicht-Einhaltung der Corona-Regeln verteilt.



Auch einige Vinschger riefen zum Protest aus. In Schlanders kamen etwa 50 Personen. Die Demonstration, unter anderem begleitet von Ordnungshütern der Ortspolizei, verlief reibungslos.


Um 19 Uhr versammelten sich auch in Kaltern einige Menschen zum „Spaziergang“. Etwas mehr als 100 Personen nahmen an der Protestaktion teil. Auch hier kam es zu mehreren Verstößen gegen die Corona-Regeln.


stol

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