Mittwoch, 16. September 2015

Speedcheck: Und schon fahren die Leute langsamer

In immer mehr Gemeinden wird in Sachen Geschwindigkeitskontrolle auf Speedchecks gesetzt. Dass allein das Ausstellen dieser Blitzerboxen für die Autofahrer schon Grund genug ist, sich an das vorgegebene Limit zu halten, zeigte ein Pilotversuch in St.Ulrich.

Wie wirkungsvoll sind Speed-Checks?
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Wie wirkungsvoll sind Speed-Checks?

"Es ist eine Tatsache, dass auf der Tresval zu schnell gefahren wird und dadurch auch der Lärm erhöht ist. Dagegen musste etwas unternommen werden" erklärte der kommissarische Verwalter der Gemeinde St. Ulrich Theodor Rifesser. 

Daher wurden auf Druck vieler Bürger entlang der Umfahrungsstraße von St. Ulrich sogenannte Speedchecks aufgestellt. Jetzt wurden die Ergebnisse präsentiert - und sie sind erschreckend und positiv zugleich. 

Immer mehr halten sich an Geschwindigkeitslimits: erst 43, dann 98 Prozent

"Wenn davor nur 43 Prozent der Autofahrer die Geschwindigkeitslimits einhielten, waren es danach 98 Prozent", so Rifesser, der im Zuge einer Pressekonferenz die Resultate der Geschwindigkeitsmessungen und des Projektes „NoiSicuri“ vorstellte.

Die Messungen, die jeweils immer acht Tage dauerten, wurden im April durchgeführt, als es noch keine Speedchecks gab, und danach im Juli, als die Speedchecks bereits installiert waren.

"Über Nacht waren die Resultate noch eklatanter. Von 18,3 Prozent der Fahrer, die das Limit einhalten, stieg die Zahl 88,7 Prozent", berichtet Paolo Goglio von der Firma Noisicuri, der das Projekt koordinierte.

Mit mehr als 100 Stundenkilometern durch den Ort

"Was zudem besorgniserregend ist, ist die Tatsache, dass in den Nachmittagsstunden mehrmals Fahrzeuge mit mehr als 100 km/h das Dorfzentrum passierten" erklärte Goglio.

Ortspolizist Karl Runggladier bestätigte ebenfalls, dass sich die Situation durch die Säulen extrem gebessert habe.

Nicht Strafe, sondern Sicherheit im Vordergrund

Das Ziel der Gemeinde, aber auch des Projektes, sei es nicht gewesen, die Autofahrer zu strafen, sondern zu versuchen, den pädagogischen Aspekt zu fördern und die Autofahrer zu sensibilisieren, die Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten und somit die Sicherheit der Bürger zu erhöhen, hieß es weiter. Dies sei gelungen.

Daher wurden bislang nur statistische Messungen durchgeführt und keine Strafen ausgestellt.

Bei Bedarf jederzeit einsetzbar

Nachdem das Projekt aber solch positive Auswirkungen hatte, könnten die Gemeindeverwaltung und die Ortspolizisten ab sofort das Radargerät in die Boxen einfügen und einsetzen.

Goglio erläuterte zudem den legalen Aspekt der "Velo OK Säulen". "Die Speedchecks sind nichts anderes, als leere Behälter in denen man bei Bedarf Radargeräte einfügen kann. Somit brauchen diese keine Homologierung oder ähnliches". Am Projekt NoiSicuri haben bereits 400 Gemeinden mit sehr positiven Ergebnissen teilgenommen, hieß es abschließend.

stol/pas/ker

stol