Wie Josef Johann Auer, Bezirksvertreter der Bergrettungsdienste im Pustertal, berichtet, mussten die Rettungskräfte in diesem Jahr 14 Mal zu Einsätzen ausrücken, um abgestürzte Speedflyer am Kronplatz zu bergen – doppelt so oft wie im Jahr 2024. Im Vorjahr waren es sieben Einsätze gewesen. „Die Geschwindigkeit ist enorm, die Flieger bewegen sich oft nur eine Handbreit über dem Boden. Ein kleiner Fehler genügt – und der Pilot schlägt mit voller Wucht auf dem Gelände auf“, erklärt Auer. Sind Gleitschirmflieger mit maximal 50 km/h unterwegs, so erreichen Speedflyer gut und gern das Doppelte an Geschwindigkeit.<BR /><BR />Besonders riskant sind laut Auer Flüge in unmittelbarer Nähe zu Aufstiegsanlagen, was eigentlich streng verboten ist. Auch gefährliche Begegnungen mit Wanderern oder Mountainbikern habe es bereits gegeben. Teilweise werde tief über Weidevieh hinweggeflogen, sodass die Tiere aufgescheucht werden und auseinanderspringen. Eine weitere Gefahr sieht der Bergretter dann, wenn ein Notarzthubschrauber bei einem Einsatz auf der Piste landen muss.<BR /><BR />Dazu komme laut Auer noch eine Problematik: Man könne immer wieder beobachten, dass Speedflyer in Gruppen starten und in engem Abstand hintereinander zu Tal fliegen. Ein Verbot der Sportart hält Auer dennoch für nicht sinnvoll, er fordert aber strengere Regeln und gezieltere Kontrollen. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Sicherheit am Berg für alle gewährleistet bleibt – für Sportler ebenso wie für Wanderer und Einsatzkräfte.“<BR /><BR />Andreas Dorfmann, Direktor der Kronplatz Holding, kennt die Problematik gut. Schon vor zwei Jahren habe man deshalb mit Vertretern der Szene ein Regelwerk erarbeitet. „Über Vieh oder Wanderer hinwegzufliegen und unter den Seilbahnen durchzufliegen ist strengstens verboten“, betont er. Wer sich nicht daran hält, verliere die Beförderungsberechtigung. „Die meisten beherzigen die Vorschriften, aber es gibt leider immer ein paar schwarze Schafe.“<BR /><BR />Die Zunahme der Unfälle bedauert Dorfmann sehr, führt sie aber vor allem auf die wachsende Zahl der Speedflyer zurück. „Früher hatten wir mehr Regelverstöße, heute sind es mehr Unfälle“, sagt er. Für die kommende Saison kündigt er verschärfte Kontrollen und null Toleranz bei Verstößen an. Gleichzeitig appelliert er an die Eigenverantwortung der Sportlerinnen und Sportler: „Speedflying ist faszinierend, aber es darf nicht auf Kosten der anderen am Berg gehen.“