Freitag, 05. Juni 2020

Daumen aus Zehe geformt: Spektakuläre OP geglückt

Nach einem schweren Arbeitsunfall konnte einem Südtiroler Patienten dank der Zusammenarbeit der Landeskliniken Salzburg und des Südtiroler Sanitätsbetriebes wieder der Daumen rekonstruiert werden. Jetzt, nach erfolgreicher Rekonvaleszenz und Physiotherapie, heißt es für Patient und behandelnde Ärzte: Daumen hoch!

Der Patient mit Doktor Lorenz Larcher.
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Der Patient mit Doktor Lorenz Larcher. - Foto: © Südtiroler Sanitätsbetrieb
Bei einem Arbeitsunfall war der Daumen des Patienten so schwer gequetscht worden, dass dieser nicht mehr zu retten war. Deshalb wurde nach der Ersteinlieferung in die Intensivstation des Landeskrankenhauses Bozen beschlossen, den Patienten auf Basis des Kooperationsvertrages mit den Landeskliniken Salzburg nach Salzburg zu verlegen.

Neuer Daumen aus der Großzehe geformt


Dort wurde in einer interdisziplinären und knapp 15 Stunden dauernden Operation sowie unter der Beteiligung dreier mikrochirurgischer Teams dem Patienten aus der Großzehe ein neuer Daumen geformt und mikrochirurgisch an die Hand transplantiert.

Dabei wurde zum einem die halbe Großzehe inklusiv Sehnen, Nerven und Gefäße präpariert und auf die Hand transferiert und dort mikrochirurgisch angeschlossen, damit die Zehe auch entsprechend durchblutet und sensibel versorgt werden kann.

Der Hebedefekt an der Großzehe wurde dann mit einer weiteren freien Lappenplastik gedeckt, damit die Gangstabilität, die unter anderem durch die Großzehe gegeben ist, nicht beeinträchtigt wird. Eine dritte freie Lappenplastik wurde mikrochirurgisch zur Rekonstruktion von der Innenfläche der Hand vom Oberschenkel mikrochirurgisch transplantiert.

Neben dem Vorstand der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Landeskrankenhauses Salzburg, Alexander Gaggl sowie dem Salzburger Hand- und Ellbogenspezialisten Heinz Bürger, war auch der der ärztliche Leiter des landesweiten Dienstes für Plastische Chirurgie des Sanitätsbetriebes, Lorenz Larcher, an der Operation beteiligt.

Das Resümee von Larcher:

„Solche Eingriffe mit dem entsprechenden Aufwand sind äußerst selten. Die Kombination in diesem speziellen Fall ist in der Fachliteratur bis dato noch nicht beschrieben worden. Dem Patienten geht es außerordentlich gut und die Grifffunktion der Hand ist besser als erwartet. Er hat sich vom schweren Polytrauma sehr gut erholt. Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Operation!“

jot