Mittwoch, 11. September 2019

Spektakulärer Nachteinsatz für den Aiut Alpin

Der Rettungshaubschrauber Aiut Alpin Dolomites ist in der Nacht auf Mittwoch zu einer heiklen Rettungsaktion an den Fuß der Sentinella-Scharte auf 2.650 Höhenmeter in Sexten gerufen worden. STOL hat mit dem Präsidenten des Aiut Alpin, Adam Holzknecht, über den Einsatz gesprochen.

Der zweite Nachteinsatz hintereinander für das Rettungsteam des Aiut Alpin Dolomites. - Foto: Denis Costa
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Der zweite Nachteinsatz hintereinander für das Rettungsteam des Aiut Alpin Dolomites. - Foto: Denis Costa

2 Kletterer aus Deutschland, ein Mann und eine Frau, waren am Dienstagabend auf dem Alpinisteig in Richtung Tal unterwegs, als sie am Fuße der Sentinellascharte zwischen Elferkofel und Rotwand vermutlich einen Platz fürs Biwakieren suchten.

Dann aber passierte etwas Unvorhergesehenes: Einer der großen Rucksäcke, die die Bergsteiger bei sich hatten, machte sich selbstständig und rollte abwärts. Beim Versuch diesen zu holen, verlor der Mann den Halt und rutschte etwa 50 Meter in die Tiefe. „Das Gelände dort ist sehr steil, voller Geröll, das jetzt zudem auch mit Schnee bedeckt ist“, so Holzknecht gegenüber STOL. 

Mann geriet in Panik

Der Mann konnte sich schließlich an einem Stein festklammern. Obwohl laut Holzknecht keine akute Lebensgefahr für den Mann bestand, war die Situation heikel. Es war schon dunkel, es wurde immer kälter und der Kletterer hatte nur eine dünne Decke bei sich. Außerdem geriet der Mann in Panik, da er nicht sehen konnte, was unter ihm war und vermutlich Angst hatte abzustürzen. Seine Begleiterin, die besonnen und ruhig reagierte, setzte gegen 23 Uhr den Notruf ab.

Zunächst begab sich die Bergrettung Sexten zu Fuß auf den Weg zu den Beiden. Doch als der Mann immer panischer wurde, entschied Joe Rainer von der Bergrettung Sexten, den Aiut Alpin zu Hilfe zu rufen. Der Rettungshubschrauber nahm einen der Bergretter auf und flog umgehend zu den deutschen Kletterern.

Mit Hilfe der Seilwinde konnten die Beiden unverletzt ins Tal gebracht werden. Laut Adam Holzknecht, der nicht nur Präsident beim Aiut ist, sondern auch „Windenmann“ bei den Einsätzen, kann der rote Rettungshubschrauber dank 2 top ausgebildeten Piloten 24 Stunden fliegen, auch am Abend und in den Nachtstunden. 

Wie berichtet, rückte der Aiut Alpin schon in der Nacht auf Dienstag zu einer Rettungsaktion aus. 2 verirrte Touristen aus Deutschland mussten aus den Zillertaler Alpen gerettet werden.

stol/vs

stol