„Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut und steht außer Frage. Eine achtstündige Sperrung des Brennerkorridors an einem verkehrsintensiven Tag ist jedoch unverhältnismäßig. Sie trifft nicht nur den Transitverkehr, sondern auch Bevölkerung, Betriebe, Pendler, Gäste und Lieferketten in den Grenzregionen“, betont hds-Bezirkspräsident Hartmut Überbacher.<BR /><BR />Der Brennerkorridor ist Teil des europäischen Skandinavisch-Mittelmeer-Korridors und damit eine zentrale Achse für den freien Personen- und Warenverkehr in Europa. Eine Sperre auf dieser Verbindung hätte nach Einschätzung des hds Eisacktal/Wipptal weitreichende Auswirkungen: Staus, Ausweichverkehr, höhere Umweltbelastung, Sicherheitsrisiken sowie wirtschaftliche Schäden für Handel, Gastronomie, Hotellerie, Dienstleistung und Transport.<BR /><BR />Besonders kritisch sei der Zeitpunkt. Der 30. Mai liegt in unmittelbarer Nähe mehrerer Feiertage und Fenstertage in Italien, Österreich und Deutschland. Erfahrungsgemäß zählt der Brenner in dieser Zeit zu den am stärksten belasteten Verkehrsachsen Europas. Zusätzliche Sperren und Einschränkungen würden die Situation weiter verschärfen.<h3> „Blockade löst keine Probleme sondern schafft neue“</h3>„Wer den Verkehr ausbremsen will, erreicht mit einer Vollsperrung oft das Gegenteil: längere Umwege, Stop-and-Go-Verkehr, mehr Emissionen und zusätzliche Belastungen für Orte und Täler. Gerade das Eisacktal und Wipptal wissen, was Verkehrsbelastung bedeutet. Aber eine Blockade des Brennerkorridors löst kein Problem – sie schafft neue“, erklärt Vize-Bezirkspräsident Matthias Knollenberger.<BR /><BR />Der hds Eisacktal/Wipptal unterstützt daher die Haltung der Handelskammern entlang der Brennerachse und fordert, die Kundgebung so zu verlegen, dass die Autobahn und die wichtigsten Verbindungsstraßen frei befahrbar bleiben. Protest müsse möglich sein – aber ohne die Sicherheit der Reisenden, die Erreichbarkeit der Orte und die wirtschaftliche Tätigkeit ganzer Regionen zu gefährden.