Dienstag, 10. März 2020

Schutzzone Italien: Was darf ich? Was darf ich nicht?

Mit dem jüngsten Dekret des Ministerpräsidenten Conte werden die einschränkenden Maßnahmen auf das gesamte Staatsgebiet ausdehnt. Was bedeutet das für unseren Alltag? STOL hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Ganz Italien ist eine geschützte Zone.
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Ganz Italien ist eine geschützte Zone. - Foto: © ANSA / ANGELO CARCONI
Auch für Südtirol gelten die Bestimmungen des jüngsten Dekretes, das der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte in der vergangenen Nacht unterzeichnet hat: Demnach sind, wie berichtet, Versammlungen an öffentlich zugänglichen Orten ab sofort untersagt. Bars und Restaurants müssen um 18 Uhr schließen. Auch Sportveranstaltungen finden vorerst nicht mehr statt. Schulen, Universitäten und Kindergärten im ganzen Land bleiben bis mindestens 3. April geschlossen.



Um einer Ausbreitung der Virusinfektionen vorzubeugen, wird auch die Bewegungsfreiheit eingeschränkt: Für die 520.000 Südtirolerinnen und Südtiroler gilt ebenso wie für die über 60 Millionen italienischer Staatsbürger, dass sie ihre Heimatgemeinden nur aus triftigen Gründen verlassen dürfen. Solche Gründe können arbeitstechnischer oder gesundheitlicher Natur sein und bedürfen einer Selbsterklärung, die bei Kontrollen vorzulegen ist.

Darf ich meine Wohnung verlassen?

Ja, Sie dürfen die Wohnung verlassen, Sie dürfen innerhalb Ihrer Heimatgemeinde spazieren gehen, einkaufen,mit dem Hund spazieren gehen, mit den Kindern hinaus. Es ist der Mindestabstand von einem Meter zu wahren, Menschenansammlungen sollen vermieden werden.
Wenn Sie Anzeichen einer Infektion zeigen, bleiben Sie unbedingt zu Hause und wenden sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder an die Grüne Nummer 800751 751.

Darf ich meine Heimatgemeinde verlassen?

Sie dürfen die Heimatgemeinde unter 3 Bedingungen verlassen.

1. wenn Sie in einer anderen Gemeinde arbeiten

2. im Notfall, falls es in Ihrer Gemeinde kein Geschäft gibt, das lebensnotwendige Waren verkauft oder dieses geschlossen hat

3. wenn es aus gesundheitlichen Gründen unbedingt notwendig ist

Formular für Fahrten in andere Gemeinden

Für jede Fahrt aus der eigenen Gemeinde in eine andere Gemeinde braucht man eine Selbsterklärung, die man ausgefüllt im Auto mit sich führt. Das Formular muss NICHT von der Polizei unterschrieben werden. Das Unterschriftenfeld, das für die Polizei vorgesehen ist, braucht es erst bei einer eventuellen Straßenkontrolle. Es empfiehlt sich, mehrere Kopien dieser Eigenerklärung mitzuführen.

Die zweisprachige Eigenerklärung gibt es hier.


Wenn ich mich derzeit in einer anderen Gemeinde aufhalte, weil ich jemanden besuchen war oder meine Eltern gepflegt habe: darf ich wieder zurück?Wenn ich im Urlaub war, darf ich zurück?

Ja, sie dürfen und sollen sogar zurück in ihre Heimatgemeinde.

Ich bin Angestellter. Darf ich zur Arbeit?

Ja, wenn keine Heimarbeit möglich ist, dürfen Sie, wie bereits oben erwähnt, zur Arbeit fahren. Die Selbsterklärung ist mitzuführen.

Ich bin Freiberufler/Handwerker. Darf ich mich aus beruflichen Gründen frei bewegen?
Ja, wenn es aus beruflichen Gründen, und nur dann, notwendig ist. Die Eigenerklärung ist mitzuführen.

Darf ich einkaufen gehen?

Nur lebensnotwendige Artikel in der eigenen Gemeinde, eine Shoppingtour durch die Stadt zum Spaß ist nicht erlaubt. Außerdem hat der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol den Geschäften, die nicht lebensnotwendige Waren verkaufen, empfohlen, entweder die Öffnungszeiten zu reduzieren oder den Betrieb gänzlich bis 5. April 2020 zu schließen. man muss also damit rechnen, dass viele Geschäfte schließen.

Darf ich als getrenntes Elternpaar meine Kinder besuchen?

Ja, weil es notwendig ist.

Darf ich zu Freunden zum Essen gehen?
Nein, das ist nicht erlaubt. Man darf nur das tun, was absolut notwendig ist.

Darf ich ins Restaurant/Bar?

Seit Dienstag dürfen öffentliche Restaurants und Bars nur mehr von 6 Uhr bis 18 Uhr offenhalten. Während der Öffnungszeit hat der Betreiber dafür zu sorgen, dass der Sicherheitsabstand von einem Meter zwischen den Gästen eingehalten wird. Bei Missachtung dieser Vorschriften wird die Schließung des Betriebes angeordnet.

Darf ich meine Eltern pflegen gehen, wenn diese nicht zu Hause wohnen?

Ja, weil es notwendig ist.

Darf ich die Kinderbetreuung meiner Enkelkinder weiterhin ausüben, auch wenn sie in einer anderen Gemeinde leben?

Ja, weil es notwendig ist.

Darf ich zum Friseur?

Ja, der Friseur muss allerdings die nötigen Hygienemaßnahmen ergreifen und muss eine Schutzmaske tragen.

Was ist mit dem Warentransport?


Der Transportsektor ist nicht eingeschränkt. Sowohl innerhalb Italiens als auch in Richtung Ausland könnten italienische Frächter transportieren. Das größere Problem für die Transportbranche ist vielmehr, dass ausländische Frächter nicht mehr nach Italien transportieren wollen.

Darf ich ausreisen?


Nur im äußersten Notfall, nicht für einen spaßigen Städtetrip.

Als weitere Maßnahme, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegen zu wirken und Infektionsketten zu unterbrechen, sieht das Dekret des Ministerpräsidenten zudem vor, dass alle Personen mit Atemwegsbeschwerden oder Fieber (über 37,5 Grad) zu Hause bleiben, soziale Kontakte einschränken und mit ihrem Hausarzt telefonisch Kontakt aufnehmen. Menschen in häuslicher Isolation ist es absolut verboten, sich von ihrem Wohnort zu entfernen. Bei Missachtung dieses Verbots drohen strafrechtliche Sanktionen.

Geschlossen sind seit Dienstag Museen, Turnhallen, Sport-, Freizeit- und Kulturzentren. In den Kirchen finden keine Gottesdienste mehr statt. Bars und Restaurants dürfen ab 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends geöffnet sein, sofern sie einen Mindestabstand von einem Meter zwischen den Personen garantieren. Einkaufszentren müssen an den Wochenenden schließen. Geschäfte, einschließlich der Lebensmittelhandlungen, sind angehalten, den Mindestabstand von einem Meter zwischen den Personen sicherzustellen.





vs

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