Spiegel Online - das meistgelesene deutsche Nachrichtenportal - widmet dem Thema am Donnerstag einen ausführlichen Artikel.„Wer hier wohnt, braucht starke Nerven. Im Rainerum in Südtirol führen katholische Salesianer ein absurd strenges Regiment - Kameras filmen die Flure, Besuch auf dem Zimmer ist verboten, das Verrücken der Möbel ebenso. Freiheit und Privatsphäre? Nicht in diesem Wohnheim“, heißt es einleitend im Artikel. Neben mehreren sichtbaren und verdeckten Kameras gibt es seitens der Studenten auch Kritik an anderen „fragwürdigen Überwachungsmethoden der Heimleitung“, heißt es im Artikel. Eine junge Studentin beklagt, in ihrer Abwesenheit sei jemand vom Orden ohne ihr Wissen im Zimmer gewesen, um ihre Sachen zu durchsuchen. Ein anderer Student erzählt, aus seinem Zimmer seien Gegenstände, die laut Hausordnung verboten sind, verschwunden. Nicht erlaubt seien u.a. Wasserkocher oder Kaffeemaschinen. Ebenfalls unerwünscht im Rainerum: Nägel in die Wand schlagen und eigene Möbel. Selbstredend dürfe man auch keinen Besuch mit ins Zimmer nehmen. Gäste empfange man in Gemeinschaftsräumen. Wer diese Regel missachte, bekomme „mächtig Ärger", wird eine Bewohnerin zitiert.Zwei schriftlichen Abmahnungen würden reichen, um einen Studenten auch während der Vorlesungszeit vom Universitätscollege zu verwiesen, heißt es laut Spiegel Online in der Hausordnung. Wer länger als 24 Stunden weg sei, müsse das dem Heimchef melden.Auf Anfrage von Spiegel Online teilte die Heimleitung des Rainerums mit, man halte die strengen Vorschriften und die Kameras für angemessen - "in erster Linie zum Schutz der Studenten vor regelwidrigen Vorkommnissen" sowie zur "Gewährleistung des Versicherungsschutzes." Nur das Reinigungspersonal betrete die Wohnungen und nur bei "besonders unaufgeräumten Zimmern" gebe es „Veränderungen im Raum" sowie Mahnungen.Kontrollen würden dann „in Anwesenheit und im Interesse des Studenten“ durchgeführt. Im Übrigen hätten die volljährigen Studenten ihren Mietvertrag und damit auch die Hausordnung aus freien Stücken unterschrieben, heißt es laut Spiegel in der schriftlichen Stellungnahme der Heimleitung.Da die Zimmer immerhin für 260 Euro im Monat billig seien, beiße man in den „sauren Apfel“, erklärt eine Mieterin.In Bozen zahlt man für ein Zimmer in einer WG ca. 350 Euro, Einzimmerwohnungen kosten ca. 400 Euro, klärt der Spiegel die Leser über die hohen Preise für Wohnraum in der Landeshauptstadt auf - das sei für viele Studenten zu teuer.Um die Kameras im Wohnheim abzuschaffen und die Heimordnung zu lockern, hat die Südtiroler Hochschülerschaft Asus kürzlich Unterschriften gesammelt. Mit Erfolg.In kürzester Zeit haben 200 Studenten unterschrieben. Jetzt wollen die Studentenvertreter damit zu Landesrätin Sabina Kasslatter Mur pilgern. Ihr Ziel: Eine Kommission zur Klärung soll einberufen werden. stol