Dienstag, 28. Juli 2015

"Spielgeld" soll gegen Spielsucht helfen

Es ist schon paradox. Ausgerechnet Geld, das der Staat von Spielern kassiert, soll gegen die Spielsucht eingesetzt werden. 300.000 Euro: Das ist im Verhältnis zum eingenommen "Spielgeld" nicht viel, aber besser als nichts. Doch die Auszahlung lässt auf sich warten - und so springt das Land ein.

300.000 Euro streckt das Land gegen Spielsucht vor.
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300.000 Euro streckt das Land gegen Spielsucht vor. - Foto: © shutterstock

Südtirol erhält jährlich 1,5 Prozent jener Steuern, die der italienische Staat durch Spielautomaten und -vorrichtungen einnimmt. Warum? Ausgerechnet dieses Geld wird für die Prävention und Rehabilitation der Spielsucht rückvergütet.

Doch da das zuständige Ministerium mit der Auszahlung in Verzug ist und in Südtirol das Programm 2015 des Netzwerkes Spielsucht dennoch umgesetzt werden soll, streckt die Landesregierung mit ihrem Beschluss dem Südtiroler Sanitätsbetrieb 300.000 Euro vor.

"Damit sollen die vorgesehenen Präventions-, Beratungs- und Therapiemaßnahmen wie geplant umgesetzt werden, damit wir suchtgefährdeten Menschen, betroffenen spielsüchtigen Patienten und ihren Angehörigen helfen können", unterstreicht Landesrätin Martha Stocker.

Das Arbeits- und Interventionsprogramm wurde von Fachdiensten im Suchtbereich, wie etwa den Diensten für Abhängigkeitserkrankungen, dem Therapiezentrum "Bad Bachgart" und dem "Forum Prävention" ausgearbeitet und umfasst neben der Prävention, Beratung und Rehabilitation auch Informations- und Sensibilisierungsinitiativen sowie die Förderung der Forschungs- und Netzwerkarbeit. 

stol/lpa/ker

stol