Man stelle sich vor: Man schlendert über den Christkindlmarkt. An einer Ecke steht ein Ape-Dreiradfahrzeug. Dort wird Kaffee ausgeschenkt, Menschen unterhalten sich miteinander. Sie sprechen über Weihnachten und diskutieren darüber, welchen tieferen Wert das Fest der Geburt Christi heute überhaupt noch hat.<BR /><BR />Das „Standl“ auf Rädern am Christkindlmarkt ist vorerst noch eine Idee von Maria Theresia Unterkircher. Ob sie umgesetzt wird, steht nicht fest. Aber eines ist für die neue Referentin für Spiritualität am Bischöflichen Ordinariat klar: „Mir ist wichtig, auch auf diözesaner Ebene und in den Dörfern niederschwellige spirituelle Angebote zu schaffen“, erklärt sie. Am 1. September hat sie die Nachfolge von Sr. Johanna Siller angetreten. Ein besonderes Anliegen ist ihr also, den Dialog mit den Menschen zu suchen. <BR /><BR /><BR /><BR />Bislang setzt das Referat für Spiritualität vor allem auf Exerzitien und geistliche Begleitung. „Exerzitien ist ein etwas verstaubter Begriff“, sagt Unterkircher und schmunzelt. Denn anders als so mancher vielleicht glaubt, richten sie sich längst nicht nur an Geistliche oder Ordensleute. Das Wort bedeutet übersetzt „Übungen“. Es bezeichnet also geistliche Übungen, persönliches und gemeinsames Beten, Zeiten der Ruhe. Besonders in der Fastenzeit werden in einigen Südtiroler Pfarrgemeinden Exerzitien im Alltag angeboten. „Das kann als Vorbereitung auf Ostern für den eigenen Glaubens- und Lebensweg sehr bereichernd sein“, erklärt Unterkircher. Das Referat für Spiritualität bietet Schulungen für Exerzitienbegleiter an. <BR /><BR /><BR /><BR />Weniger bekannt ist die geistliche Begleitung. Früher wurde sie vor allem von Ordensleuten angeboten, heute übernehmen diese Aufgabe vielfach auch Laien, die eine entsprechende Ausbildung absolviert haben. In regelmäßigen Gesprächen können Lebens- und Glaubensfragen besprochen werden. Dabei geht es um Themen, die die Menschen in ihrem Alltag beschäftigen, stets aus der Perspektive der christlichen Spiritualität. „Es handelt sich jedoch nicht um ein psychologisches Gespräch“, erklärt Unterkircher. <BR /><BR />Das Angebot ist kostenlos und offen für alle. Auf der Webseite der Diözese finden Interessierte die Kontaktdaten der geistlichen Begleiter. „Ein Anruf genügt“, sagt Unterkircher. Darüber hinaus werden dort auch entsprechende Angebote verschiedener Südtiroler Vereine und Organisationen veröffentlicht.