Der Landtag hat 2023 das Führungskräftegesetz des Landes übernommen: Das bescherte seinen Spitzenbeamten Lohnzuwächse von 85.000 Euro (Generalsekretär) bis 36.000 Euro (Amt für Zeremoniell). Allerdings gibt es jetzt die Auflage, die Spitzenjobs alle vier Jahre in einem internen Aufruf auszuschreiben. Die Premiere beim Generalsekretär war teuer. 250.000 Euro löhnten Landtag und Land an Irene Pechlaner, weil der Job ihr und nicht Florian Zelger zugestanden wäre. Ein Rekurs läuft.<BR /><BR />Jetzt ist das Amt für Zeremoniell an der Reihe, zu dem Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Besucher und Portiersloge zählen. Obwohl das Amt mit B4 so hoch eingestuft ist wie beim Land größere Ämter wie Familienagentur oder Amt für Personalaufnahme, haben sich bei einem internen Aufruf (Führungskräfteregister zweiter Ebene) nur zwei Bewerber gemeldet: Seehauser, seit Mai 2018 Zeremonienmeisterin im Landtag, sowie Manuel Gatto, Direktor des Landesamtes für Wissenschaft und Forschung. Zuvor war Gatto Verwaltungsinspektor. Er verfügt über ein Forschungsdoktorat. Trotzdem scheint das Landtagspräsidium viel von Seehauser zu halten, die stets Top-Jahresbewertungen erhalten hat.<h3> Entscheidung bis 13. Mai</h3>Doch es ist Sand im Getriebe. Grund ist ein anonymer Brief, dessen Verfasser wohl Mitarbeiter des Landtags sind. Er erging an Anna Scarafoni, Arnold Schuler und Maria Elisabeth Rieder und enthält Vorwürfe gegen Seehauser – von mangelnder Sozialkompetenz im Umgang mit Mitarbeitern, bis hin zum Kauf einer neuen Handtasche in Mailand und zahlloser Kerzen in Bozen. „Wir werden diese, sofern möglich, prüfen“, so Präsident Schuler. Die Kerzen waren für die Corona-Gedenkfeier vor dem Landtag. Mitarbeiter seien aus vielen anderen Gründen gegangen. Wahr sei aber, dass die „Chemie zwischen Seehauser und ihrem Stellvertreter Martin Werth nicht stimmte“, der jetzt von der Dantestraße aus arbeitet. Allemal soll die Entscheidung bis 13. Mai fallen, wenn Schuler die Präsidentschaft an Angelo Gennaccaro übergibt.<BR /><BR />Seehauser selbst spricht von haltlosen Vorwürfen. „Ob ich privat eine Handtasche kaufe, geht keinem etwas an.“ Sie prüfe nun rechtliche Schritte wie eine Anzeige.