Jedes zehnte Kind an einer deutschen Schule hat einen Migrationshintergrund, an der italienischen Schule jedes fünfte (siehe Infografik). Das stellt die Bildungsinstitutionen vor großen Herausforderungen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68395340_quote" /><BR /><BR />Unterstützung erhalten sie von den Sprachenzentren des Landes. „An den Grundschulen begleiten und beraten wir die Lehrkräfte. Im vergangenen Jahr haben wir insgesamt 19 Sprachförderungsprojekte am Übergang zwischen Kindergärten und Grundschulen durchgeführt“, berichtet Inge Niederfriniger, Leiterin der Sprachenzentren. <BR /><BR />Die Nachfrage steigt. „Hier sollten Ressourcen ausgebaut oder umverteilt werden. Damit diese Lehrpersonen aber auch gut begleitet und fortgebildet werden können, müssten auch die Ressourcen an der Sprachenzentren aufgestockt werden“, sagt sie. <BR /><BR />Laut Niederfriniger sind andere Projekte, wie etwa die Netzwerkkurse an Mittel- und Oberschulen, nicht vom Ressourcenmangel betroffen. 63 Netzwerkkurse führte man 2024 durch. „Wir unterstützen die Lehrpersonen der beteiligten Schulen bei der Einteilung und Gestaltung der Sprachkurse und koordinieren diese.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-68395345_quote" /><BR /><BR />Zusätzlich zu den Kursen in Kindergärten und Schulen organisierten die Sprachenzentren im vergangenen August 318 Sommersprachkurse für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. „Bei diesen Sommersprachkursen geht es nicht um eine kontinuierliche Sprachförderung, sondern um einen ersten Kontakt mit der Sprache bzw. um Auffrischung der Kenntnisse der Unterrichtssprachen nach den Ferien“, sagt Niederfriniger. Das Interesse war groß, alle Schüler erhielten aber einen Platz. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1124646_image" /></div> <BR />Um neu eingeschriebene Kinder zu unterstützen, werden den Kindergärten und Schulen auch Interkulturelle Mediatoren von den Sprachenzentren vermittelt. „Diese bilden eine sprachliche und kulturelle Brücke zwischen den Familien und den Kindergärten und Schulen.“ <h3> Warum Kurse in den Herkunftssprachen wichtig sind</h3>Seit etlichen Jahren setzt man zudem auf Kurse in den Herkunftssprachen. „Das Erlernen weiterer Sprachen fällt leichter, wenn man seine Muttersprache gut beherrscht und wenn man erlebt, dass die ‚mitgebrachte' Sprache anerkannt und wertgeschätzt wird“, erklärt Niederfriniger. <BR /><BR />„Das ist wissenschaftlich erwiesen und das möchten wir fördern.“ Immer mehr Schulen würden sich dafür entscheiden, Kurse in den Herkunftssprachen der Kinder anzubieten. Auf der Suche nach ausgebildeten Lehrpersonen stößt man dabei noch an Grenzen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-68395348_quote" /><BR /><BR />Geht es nach Niederfriniger, müssen sich die Strukturen verändern: „Es gilt schulintern neue Konzepte für den Unterricht in heterogenen Klassen zu entwickeln, um der Herausforderung zur Förderung – und damit ist nicht nur Sprachförderung gemeint – aller Kinder und Jugendlichen besser begegnen zu können. Auch ist es wichtig, das Personal zu begleiten und weiter zu qualifizieren.“ <BR /><BR />In den kommenden Jahren werde man vermehrt den Fokus daraufsetzen, Schulen auf diesem Weg der Veränderung, hin zu einer Didaktik der Vielfalt und zu einem effizienten Personaleinsatz, zu begleiten.<BR /><BR />Im Klartext: Weg von der traditionell gedachten homogenen Klasse hin zum „gemischten Lernen“, wo Schüler abwechselnd im Plenum und in Lerngruppen unterrichtet werden. „Auch jahrgangsgemischte Klassen sind in diesem Modell möglich“, schließt Niederfriniger.