Ein Blick auf traurige Zahlen: Auch in Südtirol sind mehrere Menschen wie vom Erdboden verschluckt. <BR /><BR /><BR /><BR />Zuerst eine gute Nachricht: Die allermeisten Vermisstenmeldungen entpuppen sich als Missverständnis bzw. Fehlalarm und die gesuchte Person taucht innerhalb kurzer Zeit auf. Das gilt auch für die rund 100 Suchaktion, die jedes Jahr in Südtirol gestartet werden. <BR /><BR />„Die Hälfte davon sind in der Regel Fehlalarme“, erklärte Ernst Winkler, Landesleiter der Bergrettung, dem Tagblatt „Dolomiten“. Das heißt, die vermeintlich vermisste Person war wohlauf und nur nicht da, wo Verwandte oder Bekannte sie vermutet hatten. Noch einmal weitere 40 können innerhalb weniger Stunden gefunden werden, bei 7 bis 8 Personen ist die Suche nach mehreren Tagen erfolgreich. Auch wenn die vermissten Personen nicht immer lebend gefunden werden, so wissen die Angehörigen dann doch zumindest über das Schicksal ihrer Lieben Bescheid. <BR /><BR /><b>Quälendes Rätsel für Angehörige</b><BR /><BR />In anderen Fällen bleibt freilich nicht einmal mehr dieser schwache Trost. Von einigen Menschen fehlt jede Spur, sie sind von einem Tag auf den anderen wie vom Erdboden verschluckt. Ihre Angehörigen bleiben mit einem quälenden Rätsel zurück: Lebt die Person noch? Ist sie verunglückt? Opfer eines Verbrechens geworden? <BR /><BR />Dieser Fall ist gar nicht so selten. Nach den Daten des Innenministeriums in Rom gingen in Italien seit dem Jahr 1974 und bis 30. Juni 2020 etwa 62.000 Vermisstenmeldungen ein, davon 1653 in Südtirol. Fast die Hälfte (738) betreffen Minderjährige. Derzeit gelten 143 Personen offiziell als vermisst. „Etwa 2 bis 3 Personen bleiben im Durchschnitt jedoch jedes Jahr verschwunden. Die finden wir nicht“, sagt Winkler. <BR /><BR /><b>Ein Thementag und ein Verband</b><BR /><BR />Den vermissten Menschen ist seit bald 3 Jahren ein eigener gesamtstaatlicher Thementag gewidmet, und zwar der 12. Dezember. 2002 haben von diesem Unglück Betroffene den Verband Penelope gegründet. Auf seine Initiative hin wurde 2007 ein Sonderbeauftragter der Regierung für die Verschwundenen eingesetzt.<BR /><BR />Südtirol hat seit dem Jahr 2012 einen eigenen Einsatzplan im Falle einer Vermisstenmeldung. Darin ist unter anderem zum einen festgeschrieben, wer wann für die Suchaktionen aktiviert wird – aber auch, was bei einer zunächst erfolglosen Suche weiter geschieht. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />