<BR /><BR />Seit 20 Jahren wird über eine Umfahrung von St. Georgen diskutiert. Eine der meistbefahrenen Straßen des Landes – jene ins und aus dem Ahrntal – führt mitten durch den Ort. An Spitzentagen werden 18.000 Fahrzeuge und mehr gezählt. Zahlreiche Varianten wurden bereits geprüft, letztlich fand eine weitgehend unterirdische Umfahrung zwischen St. Georgen und Aufhofen Eingang in den Bauleitplan. Doch die Zeichen dafür stehen schlecht.<BR /><BR />„Bohrungen und Proben haben gezeigt, dass der Untergrund in diesem breiten Talboden aus verschiedenen Schotter- und Sandablagerungen besteht, aber vor allem aus Torfen und Seesedimenten“, erklärt Landesgeologe Volkmar Mair. An dieser Stelle habe sich in sehr frühen Zeiten ein See befunden, zudem sei einst die Ahr hier verlaufen. Das Wasser spiele deshalb hier bis heute eine zentrale Rolle.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1251051_image" /></div> <BR />Wer in solchen sogenannten Seetonen baue, müsse mit Wasserzutritten rechnen – und bei der Umfahrung von St. Georgen auf einer Länge, die kaum kontrollierbar sei. „Es wurden sechs bis sieben Varianten geprüft, doch das Problem blieb stets dasselbe: Baut man in diesem Material, riskiert man, unterirdische Ströme und das Grundwasser zu stauen. Dann könnten morgen Häuser im Wasser stehen, die heute trocken sind“, warnt der Landesgeologe. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72749043_quote" /><BR /><BR />Hinzu komme, dass nicht nur der Bau, sondern auch der spätere Betrieb und die Instandhaltung eines Tunnels in diesem Terrain heikel wären. Zwar sei mit großem technischem Aufwand und entsprechend hohen Kosten vieles möglich. „Aber am Ende braucht es immer einen Kompromiss zwischen dem, was technisch und finanziell machbar ist, und dem, was die Natur zulässt. Mit Gewalt geht es sicher nicht.“ Im Zweifel würde er davon abraten, die unterirdische Variante an diesem Standort weiterzuverfolgen. Oberirdisch hingegen sei mit Bodenbefestigungen deutlich mehr Spielraum – allerdings auf Kosten von Bodenverbrauch und Lärmbelastung.<BR /><BR />Ähnliche Herausforderungen kenne man auch aus dem unteren Vinschgau, anders gelagert seien hingegen die Wassereinbrüche beim Umfahrungstunnel von Percha gewesen. Dort betrafen sie nur einen kurzen, felsigen Abschnitt und konnten – wenn auch aufwändig und langwierig – behoben werden, sagt Mair.<h3> „In fünf Jahren eine Lösung auf dem Tisch“</h3>Vom Tisch ist die unterirdische Variante noch nicht – auch weil sie in St. Georgen, Aufhofen und in der Landwirtschaft bevorzugt werde „und zugesagt wurde“, wie Bürgermeister Wolf betont. Das Ressort von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider lässt derzeit eine vertiefende Machbarkeitsstudie ausarbeiten. Fix ist bereits: Eine Untertunnelung wäre dreimal so teuer wie eine oberirdische Trasse und würde rund 150 Millionen Euro kosten. „Das Geld soll aber nicht maßgeblich sein“, sagt Wolf. Es gehe auch um das Landschaftsbild. Laut ihm sei auch eine gemeinsame Trassenführung mit der Tauferer Bahn denkbar. Auf eine Entscheidung drängt der Bürgermeister jedenfalls: „Innerhalb von fünf Jahren muss eine Lösung auf dem Tisch liegen.“