„Wir sind die letzten im gesamten Pustertal, die noch keine Umfahrung haben bzw. wo noch nicht daran gebaut wird. Die Erwartungen sind entsprechend hoch“, sagt Markus Mitterhofer, der für die Fraktion St. Sigmund zuständige Kiener Vizebürgermeister. Innichen, wo bekanntlich ebenso eine Umfahrung gefordert wird, sei mit St. Sigmund nicht vergleichbar, weil dort ungleich mehr Verkehr – nämlich der gesamte Verkehr von der Autobahn bis Bruneck mitsamt Gader- und Ahrntal – durchziehe. „Wenn in Kiens die Umfahrung eröffnet wird, dann droht St. Sigmund zum Flaschenhals des Pustertals zu werden“, sagt Mitterhofer. Er drängt darauf, dass in den nächsten ein bis 2 Monaten eine Marschroute festgelegt wird.<h3> 3 Problempunkte</h3>Im Landesamt für Straßenbau Nord/Ost weiß man um die Probleme. „Wir sind uns bewusst, dass hier etwas zu tun ist, und wir sind dahinter“, sagt Amtsdirektor Florian Knollseisen. Er benennt auch die 3 Problempunkte: Zum einen ist das die Engstelle in der Gisse, an der es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt und die an der Straße lebende Bevölkerung unter der Lärm- und Abgasbelastung leidet. Dann ist es die Zufahrt nach St. Sigmund beim Café „Zu Treyen“, wo vor allem die Einfahrt in die Hauptstraße vom Dorf kommend in Richtung Bruneck problematisch ist. Und schließlich ist es der Kreuzungsbereich nach Ilstern und zum Sportplatz, der entschärft werden müsse. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1009364_image" /></div> <BR />Bisher sind vor allem 2 Varianten diskutiert worden: einmal eine Umfahrung entlang der Rienz und zum anderen eine Untertunnelung der Gisse. Gerade mit ersterer Variante sei die Bevölkerung aber keineswegs glücklich. Es sei die „minimalistische und kostengünstigste Variante“, erklärte Vizebürgermeister Mitterhofer. Und stellt dem Land gleich die Rute ins Fenster: Es werde sich nun zeigen, „wie viel die St. Sigmunder dem Land wert sind“. Nachdem auch aus Sicht des Gewässerschutzes Einwände gegen eine Umfahrung an der Rienz erhoben wurden, dürfte diese Variante aber vom Tisch sein. <h3> Variantenstudium in Auftrag geben</h3>Amtsdirektor Knollseisen erklärt, dass man jetzt im Frühling die nächsten Schritte unter Einbezug der Bevölkerung, der Gemeindeverwaltung und der Landesämter setzen wolle. Das Amt für Straßenbau Nord/Ost bewerte aktuell die Beauftragung eines Variantenstudiums, um die vorhandenen Vorschläge zu vertiefen und eventuell neue zu entwickeln. „Wir haben derzeit 2 bis 3  Varianten im Gespräch, aber ich bin sicher, dass noch zig andere Varianten dazukommen werden, an die wir bisher noch gar nicht gedacht haben“, sagt Knollseisen. Das habe sich auch bei anderen Umfahrungen in der Planungsphase gezeigt. <h3> Bewohner brauchen Geduld</h3>Wichtig sei, dass alle 3 Gefahrenpunkte in einem gesamtheitlichen Verkehrskonzept gelöst werden, wobei es darauf hinauslaufe, dass die nahe beieinander liegenden Kreuzungen ins Dorf St. Sigmund und nach Ilstern zu einem gemeinsamen Knotenpunkt zusammengezogen werden. Dazu seien Fußgänger- und Fahrradwege sowie die Anbindung an den Zug mitzuplanen. <BR /><BR />Sowohl Amtsdirektor Knollseisen als auch Vizebürgermeister Mitterhofer dämpfen aber Erwartungen, dass die Bagger schon bald auffahren könnten. Bis dahin werde sich noch viel Durchzugsverkehr durch St. Sigmund schlängeln.