Im Mittelpunkt der Kritik steht der geplante oberirdische Trassenverlauf. Dieser würde durch hochwertige Kulturgründe führen, die laut den Bauern zu den besten Flächen St. Sigmunds gehören. Die Böden hätten eine große Bedeutung für die heimische Landwirtschaft. Auch ein junger Wald müsste weichen.<BR /><BR />Den Betroffenen geht es um mehr als nur um einige Grundstücke. Mit der geplanten Lösung gehe wertvoller Boden verloren, ohne dass das Verkehrsproblem für das Dorf gelöst werde. Täglich rollen bis zu 30.000 Fahrzeuge durch St. Sigmund und die Gisse. Die Forderung lautet daher: Nicht nur den Verkehr verlagern, sondern die Menschen tatsächlich entlasten.<BR /><BR />Unterstützung erhalten die Kritiker aus der Gemeindestube. Der Kiener Bürgermeister Markus Mitterhofer stellt klar, dass die Planung in dieser Form keine Zustimmung findet. „Der Flächenverbrauch ist den Betroffenen viel zu groß“, sagt er. Zudem habe man in der Bevölkerung das Gefühl, „dass für St. Sigmund alles gut genug ist“. Viele fragen sich, warum in anderen Orten größere Lösungen möglich seien, während man hier mit einer einfachen Variante auskommen müsse.<BR /><BR />Mitterhofer erinnert daran, dass ursprünglich ein Tunnel unter der Gisse vorgesehen war. Diese Variante werde weiterhin von vielen gewünscht. „Ich stelle mich sicher nicht gegen meine Leute, deshalb muss man hier eine neue, bessere Lösung finden“, betont der Bürgermeister. Die derzeitige Planung bringe aus Sicht vieler Einwohner weder eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität noch eine ausreichende Verkehrsberuhigung für St. Sigmund.<BR /><BR />Kritisch äußert sich auch Gemeindereferent Matthias Falkensteiner, der u. a. für die Landwirtschaft zuständig ist. „Es ist die schnellste und billigste Lösung, bei der viel wertvoller Kulturgrund zerstört wird“, sagt er. Daher wird eine neuerliche Prüfung der Varianten gefordert. Viele sprachen sich bei der Veranstaltung auch für eine schlankere Lösung anstatt überdimensionierter Bauten aus. <BR /><BR />Unterstützung kommt auch vom Bauernbund. Bezirksobmann Manfred Vallazza verweist auf die besondere Bedeutung der Talböden: „Die Flächen dort sind die besten, die wir haben, die dürfen wir nicht leichtfertig verbauen. Da braucht es eine andere Lösung.“<BR /><BR />Neben der Trassenführung sorgte bei der Versammlung auch die Information der Betroffenen für Unmut. Kritisiert wurde, dass man zu spät in den Prozess eingebunden worden sei.<BR /><BR />Fest steht: Die geplante Umfahrung der Gisse ist in St. Sigmund noch längst nicht ausdiskutiert. Die Betroffenen wollen keine Lösung, die das Problem nur verschiebt, sondern ein Projekt, das dem gesamten Dorf langfristig eine echte Entlastung bringt.