Donnerstag, 07. Juni 2018

Staatsanwalt fordert im A4-Prozess viermal lebenslang

Für drei der vier Hauptangeklagten im Prozess um das A4-Flüchtlingsdrama im August 2015 fordert der Staatsanwalt lebenslange Haftstrafen ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. Für den vierten - den Stellvertreter des Kopfes der Organisation - will die Anklage im südungarischen Kecskemet ebenfalls lebenslänglich, allerdings mit der Chance, das Gefängnis noch einmal verlassen zu können.

Das Gericht in Kecskemet. - Foto: APA
Das Gericht in Kecskemet. - Foto: APA

Zuvor hatte der Staatsanwalt in seinem Schlussplädoyer eine der Organisation zur Last gelegte Schlepperfahrt nach Österreich am Tag nach dem Tod der 71 Flüchtlinge thematisiert. 81 Menschen befanden sicham 27. August 2015 in einem fast baugleichen Fahrzeug in einer lebensbedrohenden Situation. Ihnen gelang es mit Hilfe eines Brecheisens, während der Fahrt eine Tür zweimal zu öffnen, ehe sie in Gols im Nordburgenland ausgesetzt wurden.

In dem im Juni 2017 gestarteten Prozess sind insgesamt 14 Personen - elf Bulgaren, zwei Afghanen sowie ein bulgarisch-libanesischer Staatsbürger - angeklagt. Sie sollen Schuld am Erstickungstod der Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und dem Irak sein. Unter den 71 Todesopfern waren vier Kinder. Drei der 14 Angeklagten sind noch auf der Flucht

apa

stol