Sonntag, 05. Januar 2020

Haftprüfung für Alko-Lenker am Dienstag oder Mittwoch

Nach dem Unfall in Luttach, der 6 jungen Menschen aus Deutschland das Leben kostete, teilt die Bozner Staatsanwaltschaft in einer Presseaussendung weitere Details mit. Der 27-jährige Unfallfahrer muss sich am Dienstag oder Mittwoch dem Haftrichter stellen. Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Lokalaugenschein in Luttach: Der Busfahrer hat an einer als Bushaltestelle ausgewiesenen Stelle Halt gemacht. Um zu ihrem Hotel zu gelangen, mussten die Opfer die Straße überqueren und einige Schritte in Richtung Norden gehen. Das Unfallauto kam von Süden.
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Lokalaugenschein in Luttach: Der Busfahrer hat an einer als Bushaltestelle ausgewiesenen Stelle Halt gemacht. Um zu ihrem Hotel zu gelangen, mussten die Opfer die Straße überqueren und einige Schritte in Richtung Norden gehen. Das Unfallauto kam von Süden. - Foto: © DLife

Die Staatsanwaltschaft Bozen teilt mit, nach dem mehrfach tödlichen Autounfall in Luttach, umgehend die Ermittlungen aufgenommen zu haben. Der zuständige Staatsanwalt hat am Vormittag einen Lokalaugenschein vor Ort vorgenommen und den Unfallhergang anhand der derzeitig vorhandenen Erkenntnisse rekonstruiert.

Der Unfallhergang

Die Opfer waren allesamt aus einem von Steinhaus kommenden in Richtung Süden fahrenden Bus ausgestiegen. Die Stelle befand sich in Oberluttach mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometer pro Stunde und war beleuchtet; außerdem befindet sich ein Zebrastreifen vor Ort.

Der Busfahrer hat an einer als Bushaltestelle ausgewiesenen Stelle Halt gemacht. Ihre Unterkunft „Bruggerhof“ lag nur etwa 100 Meter entfernt. Um zu ihrem Hotel zu gelangen, mussten die Opfer die Straße überqueren und einige Schritte in Richtung Norden gehen. Auf der Höhe des Hotels Tiroler Adler, etwa 50 Meter vor der Unterkunft, kam es dann aber zum folgenschweren Unglück.

Das Unfallauto kam von Süden, der Lenker war taleinwärts unterwegs. Es ist zurzeit nicht klar, auf welcher Höhe der erste Fußgänger erfasst wurde. Anschließend hat der Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ist gegen einen Schotterhaufen auf der rechten Straßenseite geprallt.



Erhebliche Geschwindigkeitsübertretung

Aufgrund der gesamten Unfalldynamik ist von einer erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung auszugehen. Es wird ein Gutachten zur genauen Feststellung der Geschwindigkeit in Erwägung gezogen.

Der Audi TT und das Mobiltelefon des Beschuldigten wurden beschlagnahmt und das Beweismaterial wird in den nächsten Tagen ausgewertet werden.

Bei dem Fahrer wurde ein Alkoholtest mit Alkomat durchgeführt. Der Test hat einen Mindestgehalt von 1,97 g/l Alkohol im Blut ergeben.

Es wurde auch eine Blutentnahme im Krankenhaus vorgenommen. Außerdem wurde eine Urinprobe entnommen.

Autopsie bereits durchgeführt

Am Vormittag hat im Krankenhaus Bruneck die Leichenbeschau stattgefunden. Die Todesursachen sind klar und eine Autopsie ist somit nicht notwendig. Sobald die Angehörigen die Opfer identifiziert haben, werden die Leichname freigegeben. Zwei weitere Personen befinden sich in akuter Lebensgefahr.

Der Unfalllenker wurde wegen der Straftat laut Art. 589-bis StGB (Strafgesetzbuch), erschwert durch die Trunkenheit am Steuer und die Mehrzahl der Opfer, mit einer Strafandrohung bis zu 18 Jahren Gefängnis, festgenommen. Nachdem er am Montag aus dem Krankenhaus in Bruneck entlassen worden war, wurde er ins Bozner Gefängnis überstellt.

Die Haftprüfung findet am Dienstag oder Mittwoch statt.

vs