Die italienischen Ermittler haben nach Angaben der Zeitung „La Repubblica“ die US-Behörden um Unterlagen zu dem Fall gebeten – darunter bisher nicht veröffentlichte Dokumente.<BR /><BR />Nun soll so festgestellt werden, ob italienische Staatsbürger im Ausland oder auch Personen, die auf italienischem Staatsgebiet gehandelt haben, an sexuellen Straftaten beteiligt gewesen sein könnten, für die die Staatsanwaltschaft Rom zuständig ist. <BR /><BR />Die Ermittlungen gehen auf eine am 26. März eingereichte Anzeige der Frauenrechtsorganisation „Differenza Donna“ zurück. Die Organisation hatte die Aufnahme von Ermittlungen wegen möglicher grenzüberschreitender Straftaten wie Menschenhandel, sexueller Gewalt und sexueller Ausbeutung von Frauen, Mädchen und Minderjährigen gefordert.<h3> Frauenrechtsorganisation brachte Ermittlungen ins Rollen</h3>Nach Darstellung des Frauenverbands finden sich in den vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten wiederholt Hinweise auf italienische Personen sowie auf Aufenthalte, Reisen und Kontakte in Italien. Die Organisation verwies zudem auf Informationen zu Personen aus international bedeutenden Wirtschafts- und Gesellschaftskreisen. Diese könnten nach ihrer Darstellung eine Rolle in einem Netzwerk zur sexuellen Ausbeutung und Vergewaltigung gespielt haben.<BR /><BR />Die italienische Staatsanwaltschaft prüft nun, ob sich aus den Unterlagen konkrete strafrechtlich relevante Sachverhalte mit Bezug zu Italien ergeben. Über eine Beteiligung bestimmter italienischer Personen an Straftaten gibt es noch keine Elemente, hieß es.<BR /><BR />Differenza Donna begrüßte die von der Staatsanwaltschaft Rom eingeleiteten Ermittlungen. Sollten Sachverhalte Italien betreffen, müssten diese sorgfältig rekonstruiert und aufgeklärt werden. Die Anwältinnen der Organisation, Teresa Manente und Ilaria Boiano, betonten zugleich, dass die Nennung eines Namens in einem Dokument oder ein Kontakt zu Epstein allein keinen Beweis für eine strafrechtliche Verantwortung darstelle. Im Mittelpunkt müssten weiterhin die Opfer stehen, erklärten Manente und Boiano. Die in den USA bekannt gewordenen Fälle zeigten, wie schwierig es sein könne, sexuelle Gewalt aufzudecken, wenn Täter oder Personen aus ihrem Umfeld über Geld, gesellschaftliches Ansehen und weitreichende Beziehungen verfügten.