Samstag, 19. August 2017

Staatsbegräbnis für „Engel von Karachi“ in Pakistan

Die 87-jährige Ruth Pfau aus Leipzig, die auch „Mutter der Leprakranken“ genannt wurde, war am 10. August gestorben.

Die 87-jährige deutsche Nonne Ruth Pfau wurde in Pakistan mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt.
Die 87-jährige deutsche Nonne Ruth Pfau wurde in Pakistan mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt. - Foto: © APA/AFP

Mit einem Staatsbegräbnis hat Pakistan Abschied von der deutschen Nonne Ruth Pfau genommen, die sich dem Kampf gegen die Lepra-Krankheit verschrieben hatte. An der Feier in Karachi nahmen am Samstag hunderte Menschen teil, die Zeremonie wurde landesweit im Fernsehen ausgestrahlt.

Die 87-Jährige, die „Engel von Karachi“ und „Mutter der Leprakranken“ genannt wurde, war am 10. August gestorben.

„Unübertroffener“ Dienst für Pakistan

Das Land ehre Pfau für ihre „selbstlosen und unübertroffenen“ Dienste für Pakistan, sagte Ministerpräsident Shahid Kahquan Abbasi. Staatsbegräbnisse gibt es in Pakistan üblicherweise nur für gefallene Soldaten und für Regierungsmitglieder.

Kämpferin gegen Lepra

Die gebürtige Leipzigerin Pfau kam 1960 nach Pakistan und verschrieb sich dem Kampf gegen die Lepra-Krankheit. Von 1975 bis 1980 war sie als Regierungsberaterin tätig.

Sie blieb für den Rest ihres Lebens in dem Land und errichtete 157 Zentren zur Behandlung von Lepra und auch Tuberkulose. Mehr als 50 000 Leprakranke seien dank ihrer Arbeit geheilt worden, heißt es auf der Webseite des Hauptförderers von Pfaus Arbeit, der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW).

Pakistan dank Pfau frei von Lepra

Dank ihres Einsatzes erklärte die Weltgesundheitsorganisation Pakistan für Lepra-frei – als eines der ersten asiatischen Länder überhaupt.

Pfaus Sarg wurde mit der pakistanischen Flagge und Rosenblättern bedeckt. Salutschüsse waren zu hören. Ihre letzte Ruhestätte soll sie auf Karachis ältestem Friedhof Gora Qabaristan bekommen.

dpa

stol