Der Pensionierung Hartners und dem damit verbundenen Führungswechsel ging eine längere, kontrovers geführte Diskussion in der Stadtverwaltung über die künftige organisatorische Einordnung der Bibliothek voraus, bestätigt der zuständige Stadtrat Hannes Niederkofler. Zur Debatte stand, ob Stadtbibliothek und Stadtarchiv weiterhin ein eigenes Amt innerhalb der Stadtverwaltung bilden sollen – wie es seit fünf Jahren der Fall ist – oder ob die Bibliothek künftig als Dienststelle dem Generalsekretariat unterstellt wird.<BR /><BR />Neben organisatorischen Gedanken spielen dabei auch finanzielle Überlegungen eine Rolle: Eine Dienststelle anstelle eines Amtes hätte eine Kostenersparnis für die Stadtverwaltung zur Folge.<h3> Stadtrat: Amtsdirektion bleibt</h3> „Wir haben uns nach längerer Diskussion dazu entschlossen, die Amtsdirektion beizubehalten“, betont Stadtrat Niederkofler. Damit wolle man die Bedeutung des kulturellen Bereichs für die Stadt unterstreichen und zugleich innerhalb der derzeit sieben Amtsdirektionen, die überwiegend von Technikern und Juristen geführt werden, einen Ausgleich schaffen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1255647_image" /></div> <BR />Nach Abschluss dieser Grundsatzdiskussion wurde am 15. Oktober ein öffentlicher Wettbewerb für den Erwerb der Qualifikation als Führungskraft für das Amt Stadtbibliothek und Stadtarchiv ausgeschrieben. Zehn Bewerberinnen und Bewerber meldeten sich, acht traten zum schriftlichen Teil an, drei bestanden diesen. In den anschließenden Prüfungsgesprächen wurde jedoch keiner der Kandidatinnen – trotz teils langjähriger Erfahrung im Bibliothekswesen – von der Bewertungskommission die Mindestpunktezahl zuerkannt. Der Kommission gehörten zwei Führungskräfte der Gemeindeverwaltung sowie ein Vertreter des Landesamtes für Bibliotheken an.<h3> (Zu) kurze Vorbereitungszeit auf Wettbewerb</h3>Der Umstand, dass der Wettbewerb ohne Besetzung blieb, sei kein Hinweis darauf, dass die Zukunft der Amtsdirektion weiterhin offen sei, weist Hannes Niederkofler zurück. „Die Anforderungen an eine Amtsdirektorenstelle sind sehr hoch, entsprechend umfangreich ist das Prüfungsprogramm“, sagt er. Zudem sei der Wettbewerb aufgrund der vorangegangenen Diskussionen relativ kurzfristig ausgeschrieben worden, sodass den Bewerberinnen und Bewerbern lediglich sechs Wochen für die Vorbereitung zur Verfügung standen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1255650_image" /></div> <BR />Die Arbeit der Stadtbibliothek werde davon aber nicht beeinträchtigt. „Wir verfügen in der Bibliothek über sehr qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Niederkofler. Eine von ihnen wird die Struktur mit rund einem Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die großteils in Teilzeit arbeiten, nun interimistisch leiten: Für voraussichtlich rund ein halbes Jahr übernimmt Michaela Grüner die Leitung. Sie ist seit 2001 in der Stadtbibliothek tätig und war zuvor unter anderem beim Bibliotheksverband sowie in der Stadtbibliothek Brixen tätig. <BR /><BR />Im Laufe des Jahres werde dann ein neuer Wettbewerb zur Besetzung der Führungsstelle ausgeschrieben, sagt der Stadtrat.