Die Verwirrung um die Zukunft der Stahlwerke ist in der Zwischenzeit noch größer. So sprach sich die Gewerkschaft CISL/SGB für die Beibehaltung des Edelstahlwerkes, aber gegen einen Verkauf der gesamten Produktionsfläche an die Valbruna AG aus. <BR /><BR />Die Fachgewerkschaft Metall in der UIL/SGK kritisierte postwendend diese Stellungnahme. Sie fordert Direktverhandlungen mit der Valbruna, und zwar inklusive Verkauf des Geländes, das sich im Eigentum des Landes befindet.<BR /><BR />Landeshauptmann-Stellvertreter Marco Galateo von Fratelli d'Italia, der in der Landesregierung für die Industriepolitik zuständig ist, sagte gegenüber der Tageszeitung „Alto Adige“, man prüfe, ob die „Bolkestein-Richtlinie“ der Europäischen Union Direktverhandlungen zulasse. Er sprach sich persönlich für den Verkauf der Produktionsfläche an die Valbruna AG aus, weil er ein liberaler Politiker sei.<BR /><BR />Fest steht, dass Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) sich direkt einschalten wird. Er weiß um die Forderung des Südtiroler Unternehmerverbandes, eine unmissverständliche Entscheidung zugunsten des Industriestandortes Bozen zu treffen, er weiß aber ebenso um die Problematik, das riesige Gelände an die Valbruna AG zu verkaufen oder ihr für ein halbes Jahrhundert im Konzessionswege zu überlassen. <BR /><BR />Die Familie Amenduni, die das Werk in Bozen sowie weitere Werke erfolgreich führt, weiß sowohl den Unternehmerverband und die Gewerkschaften als auch die Staatsregierung hinter sich. Entsprechend forsch sind die Forderungen. Man wolle dem Land Südtirol die Fläche abkaufen und sei auch nicht bereit, Teile davon abzugeben. Säbelrasseln vor der entscheidenden Phase.