Donnerstag, 21. November 2019

Standesamt überholt erstmals Kirche

50,1 Prozent aller Ehen in Italien wurden 2018 vor dem Standesamt geschlossen. Damit gab es im katholischen Italien erstmals mehr zivile als religiöse Hochzeiten, das geht aus einer Studie des Statistikamts Istat hervor.

Erstmals wurden 2018 in Italien mehr Ehen am Standesamt als in der Kircher geschlossen.
Erstmals wurden 2018 in Italien mehr Ehen am Standesamt als in der Kircher geschlossen. - Foto: © SID / JOE RAEDLE

Die Zahl der standesamtlichen Eheschließungen betrug 63,9 Prozent in Norditalien, während der Süden der Tradition der kirchlichen Trauungen treu blieb. Lediglich 30,4 Prozent aller Eheschließungen im Mezzogiorno fanden 2018 vor dem Standesamt statt, geht aus der Studie hervor.





Heiraten wieder im Trend


Im Jahr 2018 haben sich 4.500 Paare mehr als 2017 das Jawort gegeben. Damit wurden 195.778 Ehen geschlossen, ergab die Istat-Studie. 2014 war ein Rekordtief von 189.765 Hochzeiten gemeldet worden, 57.000 weniger gegenüber 2008.

Die Italiener heiraten später

Männer kommen durchschnittlich mit 33,7 Jahren unter die Haube, Frauen mit 31,5 Jahren. 19,9 Prozent aller Hochzeiten 2018 waren 2. Ehen. Gegenüber 1997 hat sich die Zahl der wilden Ehen auf 1,368 Millionen verdreifacht. Fast jedes 3. in Italien geborene Kind hat Eltern, die nicht miteinander verheiratet sind.

apa

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