Montag, 08. Juni 2020

Starker Anstieg von Neuinfektionen in Polen

In Polen ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sprunghaft angestiegen. Insgesamt wurden am Wochenende 1151 neue Infektionsfälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Fast 2 Drittel der neu infizierten Menschen arbeiten in einem Kohlebergwerk nahe der tschechischen Grenze oder sind mit dort Beschäftigten verwandt.

In Polen ist die Zahl der Neuinfektionen rasant angestiegen.
In Polen ist die Zahl der Neuinfektionen rasant angestiegen. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / JANEK SKARZYNSKI
Das Zofiowka-Bergwerk in der oberschlesischen Stadt Jastrzebie-Zdroj (Bad Königsdorff-Jastrzemb) wird vom Staatsunternehmen JSW betrieben.

JSW teilte mit, dass es auch in seiner Mine im oberschlesischen Pniowek eine größere Zahl von Coronavirus-Infektionen gebe. Auch in Tschechien sind im Kohlebergwerk Darkov hunderte Infektionen mit dem neuartigen Erreger aufgetreten, darunter unter Arbeitern aus Polen.

In Polen gab es bis Sonntag insgesamt 26.561 bestätigte Coronavirus-Infektionsfälle und 1157 registrierte Todesfälle durch die Pandemie. Das Land hatte Ende Mai mit der Lockerung seiner Corona-Restriktionen begonnen.

Versammlungen von bis zu 150 Menschen wurden wieder erlaubt, die Verpflichtung zum Tragen von Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit abgeschafft. Auch sind seit Samstag unter anderem wieder Kinos, Theater und Konzerthallen geöffnet.

Neuseeland erklärt sich für coronafrei

Unterdessen hat sich Neuseeland für Coronavirus-frei erklärt. Es gebe keine aktiven Infektionsfälle im Land mehr, teilte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Ashley Bloomfield, mit.

Der - zumindest vorerst - letzte Coronavirus-Patient in Neuseeland zeigte nach Angaben des Ministeriums 48 Stunden lang keine Symptome mehr und gilt deshalb als genesen.

Neuseeland hatte zur Eindämmung des Virus strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, die 7 Wochen lang dauerten und im Mai endeten.

Innerhalb des Landes sind nur noch wenige Corona-Restriktionen - etwa für die Größe von Menschenansammlungen - in Kraft, deren Aufhebung Regierungschefin Jacinda Ardern noch am Montag verkünden könnte.

Die Einreisebeschränkungen werden aber voraussichtlich bestehen bleiben. Insgesamt wurden in Neuseeland 1154 Coronavirus-Infektionsfälle und 22 Todesfälle gezählt.

apa

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