Dienstag, 26. November 2019

Mindestens 13 Tote bei Erdbeben in Albanien – auch in Italien spürbar

Das wohl schwerste Erdbeben seit Jahrzehnten in Albanien hat Dienstagfrüh die Westküste des Balkanstaats erschüttert. Mindestens 13 Menschen kamen ums Leben, wie Regierungssprecher Endri Fuga über Twitter am Vormittag mitteilte. Italien und Griechenland haben Rettungseinheiten in den Balkanstaat entsendet.

Zahlreiche Gebäude wurden bei dem Erdbeben in Albanien zerstört.
Zahlreiche Gebäude wurden bei dem Erdbeben in Albanien zerstört. - Foto: © AP / Hektor Pustina

Nach Fugas Angaben behandelten die Krankenhäuser mindestens 600 Verletzte, nachdem Häuser eingestürzt und Trümmer herabgefallen waren.

Sicherheitskräfte begannen mit der Suche nach Menschen, die unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermutet wurden. Ministerpräsident Edi Rama reiste in die am schwersten betroffene Küstenstadt Durres, um sich ein Bild von der Lage zu machen.



Das Institut für Geowissenschaften in Tirana und das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam gaben die Stärke des Bebens mit 6,3 an, die US-Erdbebenwarte (USGS) mit 6,4. Das Epizentrum lag nach albanischen Angaben zehn Kilometer nördlich von Durres und 30 Kilometer westlich von Tirana in zehn Kilometer Tiefe im Adriatischen Meer.

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Von Anrainern gepostete Videos im Internet zeigten eingestürzte Gebäude in der Küstenstadt Durres. Auf anderen Bildern waren zu Boden gefallene Trümmer und mächtige Risse und Löcher in Hauswänden zu sehen. Menschen seien in Panik auf die Straßen gelaufen, hieß es. Schäden wurden auch aus der Hauptstadt Tirana gemeldet.



Das Erdbeben und einige kleinere Nachbeben waren laut örtlichen Medien auch im benachbarten Kosovo, in Nordmazedonien, Montenegro, Griechenland und selbst in Süditalien zu spüren.


Ein etwa 50 Jahre alter Mann kam ums Leben, als er im Ort Kurbin im Nordwesten des Landes in Panik aus einem Gebäude sprang. Auch in Tirana und dem Küstenort Dürres brach Panik aus, zahlreiche Menschen rannten auf die Straße.

Auch in Süditalien spürbar

Das Erdbeben ist auch in Süditalien spürbar gewesen. Angst löste der Erdstoß in der Adria-Region Apulien aus, die direkt vor Albanien liegt. Auch in Kampanien mit der Hauptstadt Neapel wurde die Erschütterung wahrgenommen.

In Süditalien gab es weder Todesopfer noch Schäden, wie der Präsident der Region Apulien, Michele Emiliano, per Twitter bestätigte. Der Zivilschutz sei noch mit Kontrollen beschäftigt, hieß es.

Die mittelitalienische Stadt L'Aquila war 2009 von einem schweren Erdbeben mit über 300 Todesopfern erschüttert worden.
Im August 2016 waren fast 300 Menschen ums Leben gekommen, als ein Beben der Stärke 6,2 die Stadt Amatrice und einige Nachbarorte im Appennin-Gebirge erschütterte.

Rom und Athen entsenden Rettungseinheiten

„Italien und Griechenland senden uns Flugzeuge mit Rettungseinheiten“, twitterte der albanische Premier Edi Rama.

Aus Italien sollen zwei Feuerwehreinheiten in Tirana eintreffen.



Auch ärztliches Personal und Mitglieder des Zivilschutzes seien in Richtung Albanien unterwegs, teilte die italienische Regierung am Dienstag mit. Aufgabe der italienischen Teams sei, neben der Such- und Rettungsaktion auch den lokalen Behörden Unterstützung bei der Prüfung der Schäden und der Stabilität privater und öffentlicher Gebäude zu leisten.

apa/dpa

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