So sind, laut Analyse, erwerbstätige Frauen in höheren Positionen vergleichsweise selten anzutreffen: Knapp vier Prozent von ihnen sind im oberen und mittleren Management vertreten, verglichen mit 15 Prozent bei den Männern. Dabei haben die Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt eine bessere Ausbildung als ihre männlichen Kollegen: 37 Prozent der erwerbstätigen Frauen verfügen über Maturadiplom, 15 Prozent über einen akademischen Abschluss, verglichen mit 23 Prozent bzw. zwölf Prozent bei den Männern. Trotz besserer Qualifikation der Frauen verdienen 27 Prozent von ihnen weniger als 1.000 Euro monatlich. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei drei Prozent. Das geschlechterspezifische Lohngefälle („Gender Pay Gap" auf Englisch) beträgt daher in Südtirol 27 Prozent. Dieses Gefälle bestehe auch, wenn nur Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Vollzeit berücksichtigt würden, so das AFI – dann macht es allerdings nur noch zehn Prozent aus. Der Gender Pay Gap ist mit 16 Prozent im Privatsektor höher als im öffentlichen Sektor, wo es so gut wie kein Lohngefälle zwischen Männern und Frauen gibt (1,2 Prozent). Ein Vergleich zwischen männlichen und weiblichen Vollzeitbeschäftigten zeigt ferner, dass ein Mann mit Matura gleich viel verdient wie eine Frau mit akademischem Abschluss, und dass ein Mann mit Pflichtschulabschluss mehr verdient als eine Frau mit Matura.Die Daten wurden zwischen dem 21. Mai und dem 16. Juli 2010 durch das Institut für Demoskopie und Sozialforschung apollis durchgeführt. Es wurden 969 Personen befragt.