Samstag, 11. Dezember 2021

Starvirologe auf Protestdemo in Mailand: „Will verstehen“

Der italienische Starvirologe Fabrizio Pregliasco hat sich am Samstagnachmittag überraschend unter die Demonstranten einer Protestkundgebung gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung in Mailand gemischt. Pregliasco, der medizinischer Leiter des Mailänder Instituts „Irccs Galeazzi“ ist, erklärte gegenüber Medien seine Teilnahme, er wolle die Zweifel der Impfskeptiker besser begreifen.

Was bewegt die Demonstranten? Das will Starvirologe Fabrizio Pregliasco von ihnen direkt erfahren – und wird prompt beschimpft.
Was bewegt die Demonstranten? Das will Starvirologe Fabrizio Pregliasco von ihnen direkt erfahren – und wird prompt beschimpft. - Foto: © ANSA / Matteo Corner
Einige Demonstranten erkannten Pregliasco und beschimpften ihn: „Bereuen Sie Ihre Sünden und die Lügen, die Sie erzählt haben“. Andere bezeichneten ihn als „Fürsten der Bioterroristen“.

„Es gibt eine Freiheit, da zu sein, zu verstehen, zuzuhören und sich zu konfrontieren“, antwortete der Virologe. Einige Demonstranten zeigten sich erfreut über die Gelegenheit, mit dem bekannten Experten sprechen zu können.

Professor Pregliasco war auf Einladung einer Fernsehsendung bei der Demonstration in Mailand anwesend. Der Virologe wurde von einem Journalisten und einem Fernsehteam sowie von 2 Leibwächtern begleitet. Die Demonstration fand unter dem Titel „Die neue menschliche Welt – Für eine neue Weltordnung“ statt.

Ärzte und Juristen aus verschiedenen Ländern, darunter Frankreich, Griechenland, Polen, Spanien und Dänemark, beteiligten sich an der Demonstration. Der Jurist Francesco Maria Fioretti, ehemaliger Präsident der ersten Abteilung des Obersten Gerichts in Rom, warnte vor einer „autoritären Rückwärtsbewegung aller Staaten, die die Demokratie gefährdet“. Zu den Demonstranten zählte auch Stefano Puzzer, einer der Protagonisten des Protests der Hafenarbeiter von Triest im vergangenen Oktober.

Seit August wird wöchentlich jeden Samstag in Mailand gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung von Premier Mario Draghi demonstriert. Das Innenministerium hat ein Demonstrationsverbot im Zentrum der norditalienischen Metropole verhängt. Demonstranten, die versuchen, sich dem Domplatz zu nähern, werden von der Polizei aufgehalten und ihre Personalien aufgenommen.

apa/mit