Die Bozner Stadtverwaltung richtet eine ständige Arbeitsgruppe zum Thema Verkehr ein. Das wurde am Mittwoch auf einer von Bürgermeister Claudio Corrarati und Mobilitätsstadträtin Johanna Ramoser einberufenen Sitzung im Rathaus beschlossen. <BR /><BR />Bei den künftig regelmäßigen Treffen gehe es darum, die Entwicklung der Verkehrslage mit Daten in Echtzeit zu verfolgen, vor allem wenn die Verkehrsbelastung steige, wie die Stadtgemeinde in einer Aussendung erklärte. „Wir wollen nicht nur auf Notstände reagieren, sondern ein dauerhaftes System zur Überwachung und zum Eingreifen schaffen – gerade angesichts der zahlreichen Baustellen in der Stadt“, sagte Corrarati.<h3> Erste Maßnahmen</h3>Auf der Sitzung ging es auch um den sprichwörtlichen Verkehrsknoten an der Rombrücke, die seit mehreren Wochen besonders stark belastet ist. Ein Grund dafür sind die Auswirkungen der nahen RFI-Baustelle an der gesperrten Unterführung in der Trienter Straße. Die Gemeinde überprüft derzeit auch den gesamten Radverkehr vor Ort. „Ziel ist es, den Radweg von Oberau zur zur Rombrücke und zur Trienter Straße in beiden Richtungen auf Höhe der Maserati-Niederlassung zu verbreitern, wodurch mehr Sicherheit für Radfahrer garantiert werden soll. Gleichzeitig soll die gesamte Lenkung des Fahrradverkehrs im Bereich der Brücke und der Unterführung verbessert werden“, heißt es aus dem Rathaus. <h3> Rombrücke: Kreisverkehr wird neu gestaltet</h3>Parallel dazu werden die Rotphasen der Ampeln so angepasst, dass der Fahrzeugverkehr besser fließen kann; aber auch Radfahrer und Fußgänger sollen genügend Zeit bekommen, die Straße zu überqueren. Die Schaltungen sollen je nach Verkehrsaufkommen gesteuert werden. <BR />Und schließlich wird der Kreisverkehr an der Rombrücke samt Zu- und Abfahrten neu gestaltet. Damit beauftragt wurde der Freiberufler Ing. Stephan Besier. Die Zielvorgabe: Staus vermeiden. „Ein Vorschlag ist, auf der Rombrücke mehr Fahrbahnen einzurichten und den Fahrradweg auf eine zusätzliche, neue Brücke zu verlegen“, verlautet aus aus dem Bozner Rathaus.<h3> Verkehrsnotfallplan</h3> Außerdem wird ein Verkehrsnotfallplan für die Arbeiten am Verkehrsknoten Palermobrücke und den angrenzenden Straßen ausgearbeitet. Die dort bald beginnenden Bauarbeiten zur Errichtung eines Kreisverkehrs werden Auswirkungen auf den Verkehr haben. Deshalb sollen rechtzeitig Umfahrungen, Lösungen und Möglichkeiten zur Steuerung der Verkehrsströme festgelegt werden.<BR /><BR /> „Nach Abschluss dieser Arbeiten kann dann ein großer Teil des Verkehrs, der heute über den Kreisverkehr an der Rombrücke läuft, über die Palermobrücke fließen“, sind Bürgermeister und Mobilitätsstadträtin Ramoser überzeugt. Sie verweisen zudem darauf, dass im Sommer eröffnete Baustellen in der Marconistraße, am Verdiplatz und in der Florenzstraße derzeit ebenfalls den Verkehr beeinflussen. „Diese Arbeiten sollen innerhalb zehn Tagen abgeschlossen sein, womit sich die Situation verbessern dürfte.“ <h3> „Wollen Verkehrsflüsse nach Bozen neu regeln“</h3>Beim Treffen am gestrigen Mittwoch ging es auch um die zunehmenden Verkehrsströme nach Bozen. Deshalb sei eine Reorganisation dieser Verkehrsflüsse durch ein Leitsystem geplant, sagen die Gemeindeverwalter. „Dazu gehören auch große Auffangparkplätze am Stadtrand, übergemeindliche Strukturen mit Umsteigemöglichkeiten sowie Verbindungen ins Stadtzentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad – nicht nur für Gäste, sondern auch für Tausende Pendler, die täglich in die Stadt kommen“, so Corrarati und Ramoser. Dazu will die Gemeinde „dringend Gespräche mit dem Land und den Nachbargemeinden aufnehmen. Denn es handelt sich um eine Frage, die über die Gemeindegrenzen hinausgeht und eine gemeinsame Strategie erfordert.“