Dienstag, 13. April 2021

Steuerhinterziehung: Wohnungen in Lana und Meran beschlagnahmt

Die Finanzpolizei von Bozen hat 2 Wohnungen in Lana und Meran im Wert von etwa 600.000 Euro beschlagnahmt: Eigentümer ist ein Mann sizilianischer Herkunft mit Wohnsitz in Meran.

Die Finanzpolizei hat einen Fall von Steuerhinterziehung aufgedeckt. - Foto: © Guardia di Finanza
Die Maßnahme, erlassen vom Gericht in Trient, betrifft 2 prestigeträchtige Immobilien in Lana und Meran. Sie gehören einem 42-Jährigen, der Inhaber mehrerer Unternehmen im Baubereich ist und den Ermittlern bereits wegen zahlreicher Vorstrafen im Steuerbereich bekannt war. Für diese war er bereits in der Vergangenheit von der Finanzpolizei Bozen festgenommen worden.

„Die systematische betrügerische Hinterziehung von Steuern, die ununterbrochen über mehrere Jahre hinweg begangen wurde“, habe es erlaubt, die verantwortliche Person als „Seriensteuerhinterzieher“ und damit als „sozial gefährliches“ Subjekt zu qualifizieren, heißt es in einer Aussendung der Finanzpolizei.

Anti-Mafia-Gesetz kommt zur Anwendung

Deshalb konnten die Ermittler spezifischer vorgehen und entdeckten, dass der Mann einen Lebensstandard aufrechterhielt, der mit den angegebenen Einkünften nicht vereinbar war. Obwohl er kein Vermögen besaß, verfügte er „auf indirekte Weise“ über wertvolle Immobilien. Diese waren formell auf den Namen seiner Ehefrau eingetragen, die in einer der ihm zuzuordnenden Firmen beschäftigt war.

„Diese Elemente erlaubten es, einen Antrag auf die Anwendung der sogenannten ,Maßnahmen zur Verhinderung von Vermögensdelikten‘ zu stellen, die im ,Kodex der Anti-Mafia-Gesetze‘ (Gesetzesdekret Nr. 159/2011) vorgesehen sind“, heißt es in der Aussendung weiter.

Diese Maßnahme war ursprünglich nur für Personen vorgesehen gewesen, die verdächtigt werden, der organisierten Kriminalität anzugehören. Im Laufe der Zeit wurde sie aber auch auf andere Kriminelle ausgedehnt, „die sich gewohnheitsmäßig dem kriminellen Verkehr widmen und einen Lebensstandard aufweisen, der mit den angegebenen Einkünften nicht vereinbar ist“. Deren Waren und Immobilien können beschlagnahmt werden – auch auf der Grundlage von reinen Indizien.

Solche Beschlagnahmungen werden technisch als „Maßnahmen der Vermögensprävention“ bezeichnet. Sie sollen verhindern, dass „schmutziges“ Geld in den Kreislauf der legalen Wirtschaft eingeschleust oder zur Begehung anderer Straftaten verwendet werden kann.

Nicht nur Güter und Vermögensgegenstände, über die der Beschuldigte unmittelbar verfügt, können beschlagnahmt werden, sondern auch solche, über die er mittelbar verfügen kann – etwa, wenn sie auf Namen Dritter lauten.

stol